LHW investiert in den Hochwasserschutz / Hoher personeller Kraftaufwand dann nicht mehr nötig

Zehrengrabenniederung bald sicher

Hoher personeller Kraftaufwand machte sich beim Elbehochwasser im Juni des vergangenen Jahres erforderlich, um die Orte in der Zehrengrabenniederung zu schützen. Aufgrund verschiedener LHW-Maßnahmen wird die Region vor Fluten bald sicher sein. Foto: Archiv/tw

Bömenzien. Wann wird bei Bömenzien in Sachen Hochwasserschutz endlich gebaut? Diese Frage beschäftigt viele Menschen in der Region.

Das „Wunder von Bömenzien“ vor elf Monaten wurde durch eine gemeinsame Kraftanstrengung nicht nur durch die Bewohner der angrenzenden Ortschaften erreicht, die in kürzester Zeit einen Notdeich errichteten, erinnert sich Osterburgs Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf an das Elbehochwasser im Juni des vergangenen Jahres. Der große personelle Aufwand beim Verlegen von Sandsäcken und Big-Bags mit hunderten von Helfern, unter anderem auch von der Bundeswehr, ist demnächst passé, wenn der Bau von Deichen und weiterer Maßnahmen abgeschlossen ist.

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) habe danach die alte Planung angepasst und die Finanzierung der Baumaßnahme sichergestellt, berichtet Steingraf der AZ. Das sei jetzt alles abgesichert. In der vergangenen Woche wurde die Baumaßnahme ausgeschrieben. Der LHW-Flussbereichsleiter geht davon aus, dass ab Anfang Juli gebaut wird. Der besagte Deich hat eine Länge von rund 1,2 Kilometer und verläuft von der Straßenkreuzung Bömenzien/Aulosen/Kapern bis über den Nienwalder Weg zum Waldrand. Oft wird die Freischleuse als Absperrbauwerk bezeichnet. Mit diesem Begriff will der Hochwasserschutzexperte brechen. Von der Funktion her sei das Bauwerk ein großes Siel, das den Zehrengraben abfließen lasse und nur beim Hochwasser geschlossen werde. „Bei so einem großen Siel sprechen wir von einer Freischleuse, das mit einem zweiten Baulos errichtet wird.“ Das Bauende werde, wie auch der Deichbau, im Sommer des nächsten Jahres liegen.

Die Deichhöhen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt liegen im Elberückstau bei 20,30 Meter über den Meeresspiegel, weiß Steingraf. Das Hochwasser 2013 habe gezeigt, dass für die Sicherung der Niederung ein über vier Kilometer langer Notdeich errichtet werden musste. Der Flussbereich Osterburg habe bereits die Planung parallel der L 1 bis zur Straßenkreuzung Aulosen/Stresow und die Anbindung zum linken Flutmuldendeich beauftragt. An diesen Abschnitten könnte, wenn alle Hausaufgaben erfüllt seien, ab 2015 gebaut werden. Steingraf geht von einer Bauzeit von zwei Jahren aus. Der Flussbereichsleiter macht zudem darauf aufmerksam, das der LHW gegenwärtig die europaweite Ausschreibung der Planungsleistung für das Aland-Überleitungsbauwerk vornimmt. Anfang der zweiten Jahreshälfte soll der Vertragspartner feststehen. Mit Baubeginn für das Bauwerk rechnet Steingraf Anfang 2015 und mit einer Bauzeit von 30 Monaten. Und dann, so versichert Steingraf, seien die Zehrengrabenortschaften rundum sicher.

Von Thomas Westermann

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