Feuerwehr Beuster betont Kernaufgabe und Struktur / Leiter vor Jubiläum: Ist doch kein Spielplatz

„Wollen niemanden verhätscheln“

+
Die Feuerwehr Beuster 1936 beim Übersetzen zum Ortsteil Werder, der bei Hochwasser nur mit dem Boot zu erreichen ist.

Beuster. „Die Feuerwehr ist doch kein Spielplatz, wir wollen niemanden verhätscheln. “ Vielleicht ist es die besondere Nähe zur Elbe mit all ihren Gefahren, die Wehrleiter Christian von Hagen von „den Grundwerten und originären Aufgaben einer Truppe“ reden lässt.

Das Gros der Feuerwehr Beuster auf einem Bild aus der jüngeren Vergangenheit.

Schon allein der Wohnplatz Werder ist schnell einmal von Hochwasser umspült und wird zur Insel. Dass der 26-Jährige die Freiwillige Feuerwehr Beuster mit „jung, dynamisch und schlagkräftig“ umschreibt, kommt nicht von ungefähr. Das Durchschnittsalter der gut 40 Aktiven liegt bei 32 Jahren, im altersschwachen Landkreis Stendal eher ungewöhnlich. 115 Jahre Brandschutz sollen Ende April gefeiert werden. Eine Jugendwehr gebe es schon länger, eine Kinderfeuerwehr seit Mai vergangenen Jahres. „Natürlich sollen die Kleinen die Aufgaben einer Feuerwehr spielerisch kennenlernen, doch bitte alles bereits in geordneter Struktur und mit dem nötigen Ernst.“ Auch deshalb hießen die Mädchen und Jungen ganz einfach „Brandschutzhelfer“ und übten nicht unter irgendeinem „lustigen Namen“. Die Kinder können einen kleinen Ausweis vorzeigen. „Nachwuchsprobleme kennen wir nicht.“ Brände, Unfällen, Überschwemmungen und ähnliche Ereignisse: „Wir wollen und müssen unbedingt für die Zukunft gerüstet sein.“ Die Feuerwehr zähle insgesamt mehr als 70 Mitglieder.

Ein Wohnungsbrand in Beuster kurz nach der politischen Wende.

Von 1902 als Gründungsjahr gehen die Beusteraner aus, weil damals Wasserwagen und Handdruckspritze angeschafft wurden und die historischen Geräte diese Zahl tragen. Wahrscheinlich habe es schon viel früher Gerätehäuser in den Ortsteilen gegeben, heißt es in Wilhelm Conrads Chronik. Zum einen gebe es baulich Spuren, zum anderen im Altmärkischen Intelligenz- und Leseblatt vom 8. Dezember 1857 die Mahnung, mit Zündhölzern und offenem Feuer vorsichtig umzugehen. Offiziell eingetragen wurde die Feuerwehr dem Chronisten zufolge 1924, weil in diesem Jahr der Brandschutz Groß Beuster, Klein Beuster, Werder, Scharpenlohe und Oberkams / Ostorf zusammengelegt wurde. In den 1920er-Jahren sei die Truppe auch neu eingekleidet worden, bis dahin hätten die Kameraden in Beuster und Umgebung keine Uniform getragen. „Gearbeitet wurde immer noch mit der alten Technik.“ Erst Anfang der 1930er-Jahre seien eine für damalige Verhältnisse moderne Tragkraftspritze und der passende Anhänger angeschafft worden. „Die Wehr Beuster war immer einsatzbereit und die Leitung wurde immer wieder mit jüngeren Kameraden besetzt“, weiß Conrad, selbst lange Jahre an der Spitze. Nach der politischen Wende in der DDR sei ganz ordentlich in den Brandschutz investiert worden, findet auch Wehrleiter von Hagen. Im Gerätehaus steht nicht zuletzt ein Tragkraftspritzenfahrzeug.

Die Vorbereitungen für das Festwochenende sind längst angelaufen. Für den 29. April sind unter anderem ein Festumzug, Wettkämpfe und „Blaue Nacht“, eine Tanzveranstaltung, geplant. Am 30. April können Einheimische und Gäste einen Frühschoppen samt Blick in die Geschichte der Wehr besuchen und an einem Fackelumzug teilnehmen.

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare