Seehäuser positionieren sich zum Umgang mit dem Raubtier

Wolfsjagden wie in Schweden

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Wie künftig mit Wölfen umgegangen werden soll, dazu hat sich der Seehäuser Stadtrat positioniert. 

Seehausen – Seehausens Stadtratsmitglied Peter Brandt stellt eine provokante Frage: „Wie viel Wolf können wir noch ertragen?“ „Anscheinend nicht mehr allzu viele“ stimmt ihm die Mehrheit der Abgeordneten auf der jüngsten Zusammenkunft zu.

Rüdiger Kloth, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Seehausen, und weitere Kommunalpolitiker wissen von einem Wolfsrudel auf der Altmärkischen Höhe, das zwar noch nicht offiziell bestätigt, aber vorhanden sei. Mittlerweile soll die Angst vor dem Raubtier bei Jägern und Anglern so groß sein, dass sie nicht mehr allein ihrem Hobby nachgehen, sondern mit mehreren Personen am Gewässer oder im Wald unterwegs sind.

Ralf Steinmetzer, praktizierender Landwirt im Seehäuser Ortsteil Beuster, macht deutlich: „Die Masse der Bevölkerung erwartet, dass etwas gegen den Wolf getan wird. Wenn nichts passiert, dann laufen die Wölfe bald wie die Wildschweine in den Städten. Es existiert Angst vor dem Raubtier.“

Die Volksvertreter Seehausens nehmen die Sorgen in der Bevölkerung zur Thematik ernst und schicken eine Aufforderung an die Landesregierung zum Umgang mit dem Wolf. Darin heißt es unter anderem: So soll sich gegenüber dem Bund nachdrücklich dafür eingesetzt werden, dass der strenge Schutz des Tiers auf europäischer Ebene gelockert werde, da die Art nicht mehr vom Aussterben bedroht sei. Zudem sprechen sich die Seehäuser dafür aus, den Isegrim mit Jagdzeiten und Abschussquoten in das Jagdrecht aufzunehmen. Zudem favorisieren die Abgeordneten in besonders gefährdeten Regionen zum Schutz der Weidetiere Jagden nach schwedischem Vorbild vorzunehmen, „ohne rechnerisch die Entwicklung der Wolfspopulation hin zu einem guten Erhaltungszustand zu gefährden“.

Fazit der Stadträte: Zum Schutz der Bevölkerung, die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus sowie die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung seien gesetzliche Änderungen unabdingbar. Stadträtin Susanne Bohlander (Bündnis 90/Die Grünen) ist da anderer Meinung und hält die Aufforderung an die sachsen-anhaltinische Landesregierung „für reine Polemik“. Sie möchte Fachleute vom Wolfskompetenzzentrum in Iden einladen und mit ihnen diskutieren.

VON THOMAS WESTERMANN

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