Schäfer Klaus Hildebrandt hat dieser Tage wieder Verluste zu beklagen

Der Wolf schlägt wieder in Groß Garz zu

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Der Wolf macht Schäfer Klaus Hildebrandt in Groß Garz das Leben schwer. Jetzt wurden seine Schafe und Lämmer auf den Weiden vom Raubtier erneut gerissen.

Groß Garz – Der in der Altmark vor einigen Jahren eingewanderte Wolf spielt Schäfer Klaus Hildebrandt in Groß Garz übel mit. Immer wieder werden seine Schafe und Lämmer von den Raubtieren gerissen.

In der vergangenen und in dieser Woche war dies wieder der Fall. Erstmalig gab es die Übergriffe auf Schafe und Lämmer im Jahr 2013. Die drei Herden des Groß Garzers stehen unter anderem in der Garbe, bei Schrampe und im Sommer an Deichen. Hildebrandt betreibt an Letztgenannten mit den Tieren die Landschaftspflege. Mittlerweile seien rund 50 seiner Wollträger von den Wölfen zerfleischt worden. Nach den neuesten Vorfällen waren Polizei und Vertreter des Wolfskompetenzzentrums in Iden vor Ort und verschafften sich von den schaurigen Vorfällen einen Überblick. „Die Tiere wurden regelrecht zerfetzt, ein elendes Bild, das sich mir bot“, sagte der Schäfer im AZ-Gespräch. Das Wolfskompetenzzentrum habe ihm vorgeschlagen, sich Herdenschutzhunde anzuschaffen. Doch der Kauf sei auch ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. „Und was kann alles passieren, wenn ich im Sommer mit den Hunden am Deich bin und diese auf andere Vierbeiner von Touristen oder Ausflüglern treffen?“

Wie hoch der finanzielle Schaden durch die circa 50 gerissenen Tiere ist, vermag Hildebrandt nicht genau zu sagen. Aber es seien schon Größenordnungen. Als Beispiele nennt er einen getöteten Schafbock, der 1000 Euro gekostet hat, und einen gekörten Ziegenbock mit Papieren, den der Groß Garzer für 450 Euro erworben hatte. Hinzu kommen die getöteten Schafe, die schon Lämmer getragen haben. Bei der Begleichung der finanziellen Schäden, die sich bei dem Schäfer immer mehr häufen, wünscht sich der Mann unbürokratische Vorgehensweisen. Bisher müssen etliche Formulare ausgefüllt werden, bis das Geld fließt. „Es muss viel einfacher gehen.“

Keinesfalls möchte Hildebrandt trotz seiner enormen Verluste den Wolf ausgerottet sehen. „Es ist ein Lebewesen und sollte Bestand haben.“ Aber die Bejagung müsse erlaubt werden. Gerade in der Nähe von Ortschaften und dort, wo sich Nutztierbestände befinden. „Die Jäger stellen Füchsen und anderen Raubtieren nach, dann sollte auch der Wolfsbestand von März bis November dezimiert werden. Die vermehren sich dennoch weiter“, äußert der Groß Garzer Schäfer Hildebrandt.

VON THOMAS WESTERMANN

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