Seehausen lässt den Nachwuchs ran: Kellerbrand am Stadtrand mit Nebelmaschine realistisch herausfordernd

„Wir wollen die Jugend begeistern“

+
Mit ihren Kollegen aus Sandau vom östlichen Ufer der Elbe trainierten Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr als Erstes im leerstehenden Mehrfamilienhaus an der Salzstraße, wie herausfordernd ein Kellerbrand sein kann.

Seehausen. „Jetzt wollen wir mal ein bisschen Ordnung reinbringen“, lässt die jugendliche Führungskraft zwei Dutzend Seehäuser und Sandauer Nachwuchskräfte am Samstag an der Salzstraße in Reih und Glied strammstehen.

Es ist 11.05 Uhr und die Truppe hat leicht außer Atem den ersten von fünf Einsätzen dieses mittlerweile fünften Berufsfeuerwehrtages gemeistert. Die Eckpunkte aller Geschehnisse im Verlauf des Trainings notiert Jugendfeuerwehrmann Philipp Parkitny akribisch. Der Zwölfjährige aus Seehausen führt dafür eigens eine Notiztafel mit sich.

„Wir wollen die Jugend begeistern“, sagt Nico Horak. Der Jugendwart begrüßt mit Vize Sandra Griguhn und dem Team der Wischestadtwehr eine quirlige Runde Sechs- bis 16-Jähriger aus den Kinder- und Jugendabteilungen Seehausen und Sandau im Domizil an der Otto-Nuschke-Straße. Auf Luftmatratzen und Campingliegen hat der Nachwuchs im Schulungsraum Quartier bezogen, damit der Abend im Zeichen von Halloween schaurig-schön wird.

Bis aber Fledermäuse und Vampire das Kommando übernehmen, kriecht die motivierte Jugend im wahrsten Sinne zu Kreuze. Wie gleich zu Beginn des Ausbildungstages, als es bei einem simulierten Kellerbrand im einstigen Mehrfamilienhaus eine Vermisste zu finden gilt. Mit Atemgerät und Stirnlampe robbt die Truppe durch tiefdunkle Fremdgebiet und sieht dank der Kraft einer Nebelmaschine nicht die Hand vor Augen. Der Realismus dieser Übung zeigt sich dann in den Gesichtern im Herbstsonnenvormittagslicht unübersehbar.

In dem leerstehenden Gebäude brannte es im März vor drei Jahren wirklich. Damals beschäftigten Flammen aus dem Dachgeschoss die Feuerwehr Seehausen. Spuren der Tat sind noch zu sehen. Die Polizei ermittelte drei Brandstifter, 20 bis 30 Jahre alt, aus Seehausen.

Mit echten Flammen bekam es die Jugend bei ihrem Ausbildungstag aber auch zu tun. In der Sparte „Am Ess“ wurde extra ein Laubenfeuer entfacht. Außerdem wurden alle Handgriffe nach dem Alarm einer Brandmeldeanlage auf dem Gelände des Industriebetriebs Graepel geübt und getestet, welche Aufgaben bei Verkehrsunfällen zu erledigen sind.

Von Antje Mahrhold

Kommentare