Eine Art „Schmerzensgeld“

Windpark Gagel zahlt jedes Jahr 86.000 Euro an die Höhe

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Der Windpark Gagel ist für die Anwohner eine gewisse Belastung. Als eine Art „Schmerzensgeld“ zahlt der Betreiber jedes Jahr 86 000 Euro an die Höhe-Gemeinde. „Das haben wir ausgehandelt“, so Bürgermeister Bernd Prange.

Gagel – „Tue Gutes, aber rede nicht darüber“, empfiehlt Jesus Christus. In der heutigen Zeit gibt es den Spruch in abgewandelter Form – und zwar: „Tue Gutes und rede darüber“, denn offensichtlich gehört das Klappern zum Handwerk.

Nach letzterem Motto verfahren auch die Betreiber des Windparks Gagel in der Gemeinde Altmärkische Höhe.

Zweifelsohne unterstützt das Unternehmen alljährlich Projekte und Vereine mit Tausenden von Euro. Beispiele dafür sind unter anderem die finanzielle Zuwendung für den Umbau und die Modernisierung des Vereinshauses in Boock in Höhe von 10 000 Euro und einen Zuschuss von 1000 Euro für die Ausrichtung der 110-Jahresfeier der Freiwilligen Feuerwehr Boock. Aber die Gaben sollen auch öffentlichkeitswirksam in Form von Pressemitteilungen in Erscheinung treten. Falls dies nicht geschehe, befürchtet ein Vereinsmitglied in einer Höhe-Gemeinde „eventuell Vertragsstrafen, weil die Pressemitteilung Bestandteil des Sponsoringvertrages war“.

Höhe-Bürgermeister Bernd Prange sieht das entspannt. „Wenn jemand Geld gibt, möchte er schon öffentlichkeitswirksam bedacht werden.“ Fakt sei, dass die Bürgerenergie Windpark Gagel den Einwohnern etwas zurückgeben möchte, denn es gebe schon gewisse Belastungen für die Einwohner, die in unmittelbarer Nähe der Windräder wohnen. Das Gemeindeoberhaupt spricht von einem „Schmerzensgeld“. Jährlich werden durch das Unternehmen 86 000 Euro ausgeschüttet. Davon profitieren auch die Kindereinrichtungen, die kostenlos Frühstück, Obst und Getränke anbieten können.

VON THOMAS WESTERMANN

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