Weltrotkreuztag: DRK-Ortsverein Seehausen arbeitet auf drei tragenden Säulen

„Wie ein kleines Kulturhaus“

Rund 128 Tonnen an Alttextilien fallen alljährlich in der Kleiderkammer des Seehäuser DRK-Ortsvereins an, die stark frequentiert wird. Die Rotkreuzler Marlies Duffe (v.l.), Ines Schatz-Voigt und Erika Cornehl sichten einige der Kleidungsstücke. Foto: Westermann

Seehausen. Der Weltrotkreuz- und Rothalbmondtag wird seit 1938 jedes Jahr am 8. Mai begangen. Es handelt sich um einen inoffiziellen, internationalen Tag des Friedens. Die Ursprünge dieses Gedenk- und Feiertages liegen im Jahr 1922.

Damals kam es in der Tschechoslowakischen Republik zu innenpolitischen Konflikten. In deren Folge rief die tschechoslowakische Rotkreuz-Gesellschaft eine dreitägige Waffenruhe aus. Daraus entstand die Idee, jedes Jahr einen Tag des Friedens zu begehen. Das Datum geht zurück auf den Geburtstag von Henry Dunant, dem Begründer der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.

Und Dunants Anhänger machen weiter. In vielen Orten gibt es engagierte DRK-Vereine. Einer davon ist der in Seehausen. Die Arbeit basiert auf drei tragenden Säulen, wie Marlies Duffe, Leiterin des Mehrgenerationenhauses an der Schulstraße, gegenüber der AZ deutlich macht. Dazu gehören die Kleiderkammer, das Mehrgenerationenhaus als Begegnungsstätte und die Vermietung von Räumlichkeiten.

Duffe berichtete davon, dass die Kleiderkammer, für die Ines Schatz-Voigt verantwortlich zeichnet, über das Jahr stark frequentiert werde. Im Durchschnitt fallen pro Jahr rund 128 Tonnen an Alttextilien an. Davon profitieren auch die Kinder aus dem strahlengeschädigten weißrussischen Narowlja, die alljährlich auf Einladung des Hilfswerks „Kinder von Tschernobyl“ die Altmark und die Prignitz besuchen. Die Neueinkleidung der Mädchen und Jungen in der Kammer ist dabei immer Pflichtprogramm.

Die Begegnungsstätte an sich ist mittlerweile ein beliebter Treff für jüngere und ältere Menschen geworden. Es gibt dort Kartenturniere, Buchlesungen, Bastelabende und vieles mehr. Ein Besucher bezeichnete jüngst die Einrichtung als ein „kleines Kulturhaus wie zu DDR-Zeiten“. Auch immer mehr Vereine haben die Begegnungsstätte für sich entdeckt. Beispielsweise die Jäger nutzen die Räumlichkeiten ebenso, wie die Imker und die Rassegeflügelzüchter. Um die Gäste kümmern sich neben Marlies Duffe Erika Cornehl und Wolfgang Kramer. Und auch das DRK-Altenpflegeheim in Seehausen profitiert von den älteren Besuchern der Begegnungsstätte immer häufiger. Als ein Beispiel nannte die Einrichtungsleiterin Wilhelm Hildebrandt. Der Senior besuchte früher oft und gern die Räumlichkeiten an der Schulstraße. Als er dann allein nicht mehr so richtig wirtschaften konnte, ging er ins Heim und fühlt sich dort gut umsorgt und pudelwohl. „Mit dem Altenpflegeheim und dessen Leiterin Regine Roger-Knade besteht eine gute Kooperation“, freut sich Marlies Duffe.

Von Thomas Westermann

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