„Widerstand bis zum letzten Schild“

Seehausen: Initiative „Keine A 14“ will Autobahn zum politischen Desaster machen

Dieses Transparent ist Programm der Initiative „Keine A 14“: Der Seehäuser Stadtforst soll verteidigt werden.
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Dieses Transparent ist Programm der Initiative „Keine A 14“: Der Seehäuser Stadtforst soll verteidigt werden.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Der A-14-Bau zwischen Seehausen und Wittenberge dürfte wohl nach dem symbolischen Spatenstich Mitte Oktober des vergangenen Jahres nicht mehr aufzuhalten sein, dennoch regt sich immer noch dagegen Protest.

Seehausen – Eine von den Umweltaktivistinnen ist Lia Schwinn, die ihre Mitstreiter als eine „bunte Truppe“ bezeichnet. Sie und weitere Autobahngegner – vor allem aus dem Raum Salzwedel – hatten am Dienstagnachmittag auf dem Seehäuser Postplatz eine Mahnwache organisiert.

Damit sollte auf die Konsequenzen durch den Neubau der A 14 aufmerksam gemacht werden, wie es Christin Erler von der Initiative „Keine A 14“ in ihren Worten ausdrückte. Sie meint, dass die Versprechungen der A-14-Befürworter größtenteils nicht zutreffend seien und in erster Linie Wirtschaftspropaganda sind. „Vielmehr werden alle negative Folgen verschwiegen.“ Das Bauvorhaben binde über eine Milliarde an Steuergeldern, die für den Aufbau einer zukunftsgerichteten, umwelt- und menschenfreundlichen Infrastruktur nicht mehr zur Verfügung stünden. Sie glaubt auch nicht, dass mit der Autobahn der Wohlstand in die Region gebracht werde.

Der Drüsedauer Dr. Henning Horzetzky (l.) gehörte zu den wenigen Zaungästen bei der Mahnwache.

Und: „Entlang von Autobahnen wie der A 14 oder der A 20 liegen die Regionen mit den größten Entwicklungsproblemen in der Bundesrepublik, denn wer will schon zukünftig eingezwängt zwischen Autobahnen, Bundesstraßen und den Logistikzentren multinationaler Konzerne leben?“, fragt die Altmärkerin und blickt auf die Auswirkungen für den Fremdenverkehr. „Die Touristen von morgen reisen mit der Bahn und dem Fahrrad an und suchen Erholung in intakter Natur und keine zwischen Tankstellen und Industriegebieten eingezwängten Mondlandschaften.“ Erler ist sich sicher: „Für Menschen wie mich, die ohne Auto auf dem Land leben, wird in Sachsen-Anhalt definitiv keine Politik gemacht.“ Ihre Drohung an die Politik: „Ihr werdet die Autobahn hier nicht bauen – zumindest nicht ohne unseren massiven Widerstand bis zum letzten Verkehrsschild. Ihr werdet keinen einzigen Baum im Seehäuser Stadtforst antasten, ohne uns vorher hinaustragen zu müssen. Wir werden diese Autobahn zu eurem politischen Desaster machen, darauf könnt ihr euch verlassen.“

Einer der wenigen Zaungäste bei der Mahnwache aus Seehausen und Umgebung war der Drüsedauer Dr. Henning Horzetzky. Auch er ist überhaupt kein Freund der A 14, die künftig in Nähe seines Grundstücks verläuft. „Die A 14 ist nicht mehr zeitgemäß. Jeder redet von Klimawandel und Artenschutz, aber dies alles wird negiert.“

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