Einrichtung in Seehausen automatisiert

Wetterstation am Grashöfer Weg künftig „unbemannt“

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Marco Richter an einem Gerät zur Radioaktivitätsmessung: Ab heute ist die Wetterstation automatisiert.

Seehausen. Die Wetterstation am Grashöfer Weg in Seehausen ist ab heute menschenleer und sozusagen „unbemannt“. Der Grund dafür ist die Automatisierung.

Am 1. Oktober 1976 um 0 Uhr nahm die Meteorologische Station im neu erbauten Dienstgebäude den Betrieb auf. Sie ersetzte die Station Wittenberge/Weisen, die wegen ihrer ungünstigen Lage in den Elbwiesen keine für ein großes Gebiet repräsentativen Messwerte lieferte.

Am 1. Mai 1977 wurde Seehausen Meteorologische Hauptstation und damit Sammelstelle für Wettermeldungen der Meteorologischen Nebenstation in Gardelegen. Ende 1978 begann die Messung von Eisablagerungen, die bis Ende Februar 1992 jeweils in den Wintermonaten erfolgte. Das Aufgabengebiet umfasste außer dem Routineprogramm auch Spurenstoffmessungen für das Meteorologische Observatorium Dresden-Wahnsdorf. Gemessen wurde die Radioaktivität in der Atmosphäre und und im Niederschlag, die Massenkonzentration des Gesamtstaubes und die Schwefeldioxidkonzentration in der Luft. Im Zuge der Wiedervereinigung wurde die Wetterwarte Seehausen in den Deutschen Wetterdienst integriert.

Einer, der jahrelang dort tätig war, ist Marco Richter. Er erinnert sich, dass es dort noch vor zwei Jahren einen 24-Stunden-Dienst gab. Doch die Umsetzung der Automatisierung, die schon 2012/2013 angepeilt war, dauerte noch bis zum heutigen Sonnabend. Die Mitarbeiter der Station haben den Beamtenstatus und werden keinesfalls arbeitslos. „Sie werden ‘sozial verträglich umgesetzt’“, sagt Prignitzer Richter gegenüber der AZ. Ihm habe man einen Arbeitsplatz in Hamburg angeboten, wovon er jedoch Abstand nahm, weil er vor einigen Jahren viel Geld und Zeit für die Herrichtung eines alten Hauses investierte. Die tägliche Fahrt in die Freie und Hansestadt und zurück wäre ihm zu aufwendig gewesen. Nun läuft seine Arbeit von zu Hause aus.

Trotz der „Unbemanntheit“ – die Arbeit geht weiter, nur eben fast ohne Menschen. Einmal wöchentlich schauen Mitarbeiter eines beauftragten Unternehmens nach dem Rechten und kümmern sich um die gemessenen Werte.

Von Thomas Westermann

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