Einziger neuer Komplex der Nord-Strecke

Werkhof bei Seehausen geplant: Autobahnmeisterei kommt in Fahrt

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Nahe der künftigen Anschlussstelle zur A 14: Wer an der Kreuzung Vielbaum auf die B 189 fährt, hat den möglichen Standort der Autobahnmeisterei passiert.

Seehausen – Im Norden des Landkreises Stendal wird eine Autobahnmeisterei errichtet. Der Neubau soll an der Anschlussstelle Seehausen-Nord der verlängerten A 14 stehen.

Die nötigen Planungen in Sachsen-Anhalt liefen gegenwärtig noch, heißt es auf Anfrage der AZ aus dem Bundesverkehrsministerium in Berlin.

Wie der Komplex genau aussehen wird, wie viele Menschen von dort aus auf der künftigen Autobahn arbeiten werden, wann Baustart ist und wie viel das Ganze kostet, dazu scheinen die Überlegungen noch nicht abgeschlossen. Die Ausgaben für ein solches Bauprojekt dürften aber locker einige Millionen Euro betragen.

Zwischen Magdeburg und Schwerin sei dies der einzige richtige Neubau eines Werkhofs. In einer Straßenmeisterei des Landes wie der in Osterburg sind Personal, Material und Geräte stationiert. Kernaufgabe ist die sogenannte Straßenunterhaltung. Das heißt, die Straßenwärter sorgen entscheidend mit dafür, dass der Verkehr sicher und geordnet läuft.

Die Kollegen kontrollieren regelmäßig die Strecke, nehmen Hindernisse von der Fahrbahn, erledigen etliche Reparaturen, kümmern sich auch um kaputte Verkehrszeichen und bilden den Winterdienst. Eine Autobahnmeisterei widmet sich, wie der Name schon sagt, speziell einer Bundesautobahn. Mitunter wird auch eine Straßenmeisterei mit einer Autobahnmeisterei zusammengelegt, nicht zuletzt des Geldes wegen.

Ein Straßenwärter montiert an der Autobahn  24 im Norden der Republik ein Verkehrsschild. Mitarbeiter von Autobahnmeistereien werden auch gerufen, wenn Unfälle passieren und die Straße gesperrt und gereinigt werden muss.

Allein in Sachsen-Anhalt gibt es gut 30 dieser Stützpunkte. Andreas Tempelhof, Sprecher des Verkehrsministeriums in Magdeburg, hat für die AZ einmal genauer in die Unterlagen schauen lassen. Demnach betreut eine Straßenmeisterei im Durchschnitt 297 Kilometer, eine Autobahn- und Straßenmeisterei 390 Kilometer und eine reine Autobahnmeisterei 118 Kilometer.

Grob gerechnet fallen allein für eine Autobahnmeisterei im Jahresschnitt Kosten in Höhe von 2,9 Millionen Euro an. Darin enthalten sind Ausgaben für Personal, Material, Fahrzeuge, Geräte und anderes mehr. Eine Autobahnmeisterei verfügt in der Regel über etwa 20 Fahrzeuge, von Lkw bis Mehrzweckgeräteträger, und mindestens 30 Mitarbeiter.

Die Autobahn 14 wird fast parallel zur Bundesstraße  189 nach Norden verlängert, in Sachsen-Anhalt misst die Trasse rund 97 Kilometer. Momentan haben die Straßenbauer zwischen Colbitz und Tangerhütte ordentlich zu tun. Aussagen zur Freigabe der A 14 fallen vorsichtiger aus. Mittlerweile gehen Verantwortliche von Anfang der 2020er-Jahre oder später aus. Zur Erinnerung: 2007 hieß es vielerorts, der Lückenschluss in Gänze werde spätestens 2015 abgeschlossen sein.

Auch im benachbarten Brandenburg sind die Bauarbeiten noch nicht vollendet. Das Gesamtprojekt soll zudem doppelt so teuer werden als geplant, allein für Sachsen-Anhalt ist die Rede von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag (die AZ berichtete).

VON MARCO HERTZFELD  

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