Chefarzt sieht „Volkskrankheit“ und mahnt verstärkt zur gesunden Lebensweise

Herzwoche: Wenn die Pumpe den Stress spürt

Seehausen. Neuesten Schätzungen zufolge haben in Deutschland 20 Millionen Menschen einen zu hohen Blutdruck. In der Altersgruppe über 65 ist fast jeder zweite davon betroffen. Bei den über 70-Jährigen sind es sogar circa 80 Prozent.

Chefarzt Dr. Jürgen Jahnke referierte vor Bürgern.

Was aber fatal und gefährlich sei, ist die Tatsache, dass zwischen sieben und neun Millionen Betroffene gar nicht wüssten, dass sie einen zu hohen Blutdruck haben. Auf diese Zahlen wurde im Rahmen von „Medizin im Dialog“ des Agaplesion-Krankenhauses Seehausen hingewiesen. Chefarzt Dr. Jürgen Jahnke sprach, eingebettet in die Veranstaltungen „Herzwochen 2016“, vor vollem Schulungssaal über das gestresste Herz. Anschaulich wurde von ihm die ein Leben lang währende Pumpleistung des Herzens belichtet, welches in 24 Stunden circa 7000 Liter Blut durch die Gefäße pumpen muss. Dabei werden die Organe und Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Anhand eines Schnittbildes vom Herzen wurden die beiden Werte systolisch und diastolisch im Zusammenhang mit der Kontraktion des Herzmuskels verständlich erklärt. Welche Ursachen gibt es für diese „Volkskrankheit“, welche Schäden können durch zu hohen Druck in Organen und im Gefäßsystem entstehen, wie und mit welchen Medikamenten kann eine Behandlung erfolgen? Dies waren nur einige der vielen Punkte des öffentlichen Vortrages.

Als Fazit konnte herausgestellt werden, dass jeder seinen persönlichen Beitrag zur Normalisierung des Blutdrucks leisten kann. Eine gesunde Lebensweise mit Einbeziehung von kontinuierlicher, leichter sportlicher Aktivität, könne zwar keine Wunder bewirken, aber es ist der erste Schritt, mit dem auch das Übergewicht und Stress als Bluthochdruckfaktoren beseitigt werden können. Eine am Anfang organisierte freiwillige Befragung, wer noch keine Tabletten zur Behandlung von Bluthochdruck einnimmt, zeigte an, dass von den Besuchern der Veranstaltung im Krankenhaus circa 90 Prozent bewusst an dieser Krankheit leiden.

Die erfreuliche Statistik, dass die Lebenserwartung in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um 2,4 Jahre gestiegen und dass im gleichen Zeitraum der durchschnittliche Blutdruck um sechs Millimeter-Quecksilbersäule gefallen sei, könne optimistisch stimmen. Dr. Jahnke, der viel Beifall für seinen Vortrag bekam, hatte für diesen Nachmittag zudem im Auftrag der Deutschen Herzstiftung gratis vielfältiges Informationsmaterial zu der gehörten Thematik ausgelegt.

Von Walter Schaffer

Erste Hilfe bei Herzinfarkt

Herzinfarkt
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