Baum an der Hohen Geest rund 1100 Jahre alt

Wenn die Eiche sprechen könnte

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Wenn diese Eiche sprechen könnte: Der Baum ist rund 1100 Jahre alt und war einst ein Naturdenkmal.

Geestgottberg. Wer straßenseitig den kürzesten Weg zwischen Beuster und Geestgottberg wählt, der kommt an einer gewaltigen, leider aber schon abgestorbenen Eiche vorbei. Sie befindet sich auf dem Grundstück der Familie Kurt Holländer, Hohe Geest, in Geestgottberg.

Von ihm, dem Gartenbauingenieur, der 20 Jahre in Schönberg arbeitete, war zu diesem Exemplar einiges zu erfahren. Es handelt sich um eine Stileiche. Sie wurde von den früheren Hofbesitzern als Hofbaum gepflanzt. Das bedeutet, dass dieser Baum nach entsprechender Größe als Blitzableiter die Gebäude vor Schaden durch diese Naturgewalt bewahren sollte.

Der Blitzableiter wurde erst 1752 von dem amerikanischen Staatsmann und Naturwissenschaftler Benjamin Franklin erfunden. Demzufolge muss diese Eiche wesentlich älter sein. Bereits Anfang der 1920er Jahre waren Holzspezialisten aus Polen in Geestgottberg und untersuchten diesen Baum. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass diese Eiche zum damaligen Zeitpunkt weit über 1000 Jahre alt gewesen ist. Zum Stammumfang wäre zu sagen, dass sechs erwachsene Männer es gerade schafften, ihn zu „umarmen“. Bis zur politischen Wende befand sich ein Schild am Baum, welches ihn zu einem Naturdenkmal deklarierte. Die weit über die Straße reichenden stabilen Äste mussten wegen Gefahr im Verzuge entfernt werden und dienten lange Zeit als energiereiches Brennholz bei der Familie Holländer. Sollten die Forschungsergebnisse der polnischen Forstleute auch nur annähernd stimmen, dann hätte diese Eiche im Baumranking einen ganz vorderen Platz und ein neues Informationsschild verdient.

Von Walter Schaffer

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