Seehausen

Waldbad rettet Schwimmcamp

Unzählige Kinder planschen vergnügt in einem Schwimmbecken.
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Beim einwöchiges Sommer-Schwimmcamp des SC Potsdam in Seehausen: Im hiesigen Waldbad haben die Kinder offensichtlich richtigen Spaß.

Noch scheint die Sonne recht flach ins Seehäuser Waldbad, da zieht die elfjährige Marie bereits im Schmetterlings-Stil ihre Bahnen durch das klare Wasser. Für Besucher ist die Eingangstür um diese Zeit noch verschlossen.

Seehausen/Osterburg – So können die 60 Kinder und Jugendlichen mit ihren acht Betreuern das gesamte Freibad knapp 90 Minuten als Trainingsstätte zunächst alleine nutzen. Anschließend, ab 10 Uhr, bleiben für das einwöchige Sommer-Schwimmcamp des Sportclubs Potsdam dann noch zwei Bahnen reserviert. „Dafür haben unsere Besucher volles Verständnis“, erklärt am Beckenrand Dr. Walter Fiedler, umtriebiger Chef des Waldbad-Fördervereins, während er sichtlich erfreut das Treiben im Wasser verfolgt.

Im Zusammenwirken mit dem Waldbad-Betreiber hat Fiedler das vom SC Potsdam alljährlich am Beginn der Sommerferien veranstaltete Camp gerettet. Knapp zwei Wochen liegt der Anruf von Schwimmtrainer Jan Rosendahl zurück. Kurz zuvor hatte der Potsdamer erfahren, dass die Schwimmhalle der Landessportschule Osterburg derzeit nicht nutzbar ist: „Weil dort wohl die Fliesen von der Wand gefallen sind.“ Auf der Suche nach einer Alternative knüpfte Rosendahl den Kontakt zum Seehäuser Waldbad-Chefförderer. Die Potsdamer Camp-Teilnehmer wohnen, wie so häufig bei ihren Trainingslagern, in der biesestädtischen Landessportschule und können dort die trocken-sportliche Infrastruktur nutzen. Und für das Wasser-Programm geht es eben nach Seehausen.

Die elfjährige Marie, „Goldfisch“-Hoffnung des SC Potsdam, hier beim Schmetterlingsschwimmen im Waldbad, hat es bereits ins Landes-Leistungszentrum geschafft.

Im Waldbad gilt es zwar für Aktive und Betreuer im und am Wasser, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Schließlich habe ein Freibad gegenüber der Schwimmhalle schon einige Nachteile – wie wechselnde Wassertemperaturen, größere Geräuschkulisse durch den parallelen Badebetrieb und nicht zuletzt die unsichere Wetterplanung. Doch Jan Rosendahl geht davon aus, die Herausforderung der anspruchsvolleren Trainingsarbeit gut bewältigen zu können: „Das Wetter ist zauberhaft, die Anlage super – alles in allem war es eine glückliche Fügung.“

Trainer Jan Rosendahl gibt am Beckenrand Anweisungen. Angesichts des allgemeinen Trubels im Becken sind seine Anweisungen oft nur schwer verständlich.

Walter Fiedler kann sich derweil für das Waldbad über die zusätzliche Aufmerksamkeit freuen. Vor allem aber, betont der frühere Notarzt, sei jede Möglichkeit wichtig, Kinder ins Wasser zu bekommen und das Schwimmen beizubringen. Darin ist er sich mit dem Potsdamer Trainer einig. Jan Rosendahl verweist in diesem Zusammenhang auf einen kürzlichen Badeunfall mit tödlichem Ausgang in einem See nahe Michendorf. „Gerade deshalb freue ich mich stets über jeden, der motiviert ist, ein solches Freibad wie dieses in Seehausen, zu erhalten.“ (Von Frank Schumann)

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