Wegen Waldbesetzer lassen Eltern ihre Kinder nicht mehr auf Spielplatz

Prange: „Für Mütter beängstigend“

Mann vor Lkw
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Bernd Prange: „Für Mütter ist die Situation beängstigend angesichts der Waldbesetzung.“
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Losse. Seit Ende April dieses Jahres haben Umweltaktivisten in einem Waldstück bei Losse in der Verbandsgemeinde Seehausen illegal ihr Lager aufgeschlagen und Baumhäuser errichtet. Sie wollen damit den Weiterbau der Autobahn 14 in Richtung Norden aufhalten. Letztlich haben sie den Wald dort besetzt, wo künftig die A-14-Trasse verläuft. (die AZ berichtete).

Dem Vernehmen nach sollen die Einwohner Losses gespalten sein. Es gibt jene, die die Aktion der jungen Menschen gut finden und andere, die die illegale Waldbesetzung ablehnen. Die evangelische Kirchengemeinde stellte vermutlich aus christlicher Nächstenliebe am Gotteshaus ein Zelt auf, wo sich die Aktivisten warme Mahlzeiten zubereiten können.

Über Spannungen unter den Einwohnern ist Bernd Prange, Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe, noch nichts zu Ohren gekommen. Doch er weiß, dass Mütter in dem Höhe-Ort aufgrund der Waldbesetzung Ängste um ihre Kinder ausstehen. „Der Spielplatz ist offen, und die Waldbesetzer laufen dann über den Spielplatz, um sich an der Kirche etwas zum Essen zu machen. Ihre Ängste haben mir die Mütter geschildert, als ich während der Landtagswahl das Wahllokal aufgesucht habe“, so das Gemeindeoberhaupt im AZ-Gespräch. Zudem sollen Kinder von fremden Leuten angesprochen worden sein, mit der Bitte, sie zu den Waldbesetzern zu führen. „Für Mütter ist die Situation beängstigend angesichts der Waldbesetzung. Sie lassen ihre Kinder nicht mehr unbeaufsichtigt auf den Spielplatz“, fügt Prange hinzu. Ansonsten habe er sich mit den Aktivisten noch nicht groß auseinandergesetzt. „Darum sollen sich andere kümmern“, so der Höhe-Bürgermeister mit Blick auf den Landkreis.

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