Neben Susanne Bohlander hält auch Lutz Amtenbrink die Umverlegung des Altmark-Rundkurses für „unmöglich“

„Was für ein Jammer“ am Elberadweg

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Den neuen Aussichts- und Hochzeitspavillon am Burgberg in Arneburg hält Lutz Amtenbrink ebenso wie den wiederaufgebauten Kirchturm in Sandau für einen „magischen Anziehungspunkt“.

Seehausen. „Was für ein Jammer. Die erfolgte Umverlegung muss um Himmels Willen rückgängig gemacht werden.“ Das denkt sich der Stendaler Lutz Amtenbrink seit drei Jahren jedes Mal, wenn er auf seine Radwanderkarten schaut, auf denen der bisherige Streckenverlauf noch eingezeichnet ist.

Damit ist Amtenbrink ganz einer Meinung mit Susanne Bohlander, die sich mit der „absolut unmöglichen Umverlegung“ des Altmark-Rundkurses entlang der B 189 auch nicht abfinden will und als grüne Abgeordnete im Seehäuser Stadtrat beständig für eine „touristisch sinnvolle Lösung“ streitet (AZ berichtete). Wasser auf Amtenbrinks Mühlen ist auch, dass Bohlander dabei Unterstützung vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) erhält.

„Absolut unverständlich“

Altmarkrundkurs und Elberadweg im sanierten Streckenabschnitt Arneburg-Billberge: Den Gästen muss laut Amtenbrink „jede Gelegenheit zum Ausguck“ geboten werden.

Amtenbrink: „Mir ist absolut unverständlich, wie man ein halbes Dutzend touristisch reizvolle Ortschaften in idyllischer Landschaft mit einmaligen Sehenswürdigkeiten, die eine magische Anziehungskraft ausstrahlen, ungenutzt links liegen lassen kann und einfach den neuen Radweg direkt an der viel befahrenen Bundesstraße als Altmark-Rundkurs ausschildert.“ So ziemlich jeder Radtourist, der auf dem Elberadweg und in der nördlichen Altmark Ruhe und Entspannung finden konnte, sei auf diesem „Highway to Hell“ völlig schockiert. Dieser „Radschnellweg“ sei sicherlich die kürzeste Verbindung zwischen Seehausen und Osterburg, jedoch wohl nur mit Musikbeschallung aus Kopfhörern zu ertragen und für jeden Entschleunigung suchenden Radtouristen äußerst ungeeignet.

Das Moos-Rad am „Goldenen Anker“ Arneburg: Die Region setzt verstärkt auch auf tourismus- und verkehrspolitisches Engagement der Landesregierung von Sachsen-Anhalt.

Laut Amtenbrink müsse es ja keine vier Meter breite „Fahrrad-Rollbahn“ sein, wie auf dem akkurat sanierten Abschnitt Billberge-Arneburg. An vielen Streckenabschnitten und Rastplätzen mit Schutzhütten, so hat der Stendaler beobachtet, beispielsweise an der Gutskirche Vollenschier, seien dringend Sanierungsmaßnahmen notwendig, um die Attraktivität zu erhalten. Den Gästen der Altmark sollte „jede Gelegenheit zum Ausguck“ geboten werden, so wie es etwa die Kaiserstadt Tangermünde mit Erfolg praktiziere.

Auch der neue Aussichts- und Hochzeitspavillon am Burgberg in Arneburg und der wiederaufgebaute Kirchturm in Sandau seien „magische Anziehungspunkte“, ebenso wie es die Türmerwohnung von St. Petri Seehausen werden wird, ist Amtenbrink überzeugt.

„Abstellmöglichkeiten in ausreichender Anzahl“

Anlehn-Fahrradständer vor der Radwege-Kirche zu Sandau. Abstellmöglichkeiten müsse es in ausreichender Anzahl geben.

Von den mehr als 500 Kirchen in der Altmark, die auch bei vielen Touristen großes Interesse finden, sind etliche „offene Kirchen“ und einige sogar als „Radwege-Kirchen“ ausgewiesen wie zum Beispiel in Beuster, Werben und Sandau. Sie bieten dem abgekämpften Fahrrad-Pilger willkommene Einkehr, um die Seele wieder aufzutanken. Der Stendaler sieht in diesem Zusammenhang auch die Notwendigkeit von Abstellmöglichkeiten in entsprechend ausreichender Anzahl. Die für heutige radtouristische Ansprüche „völlig ungeeigneten DDR-Fahrradständer“, aber auch neuere Modelle der Marke „Felgenkiller“, seien für beladene Trekkingräder und zunehmend schwere Pedelecs ziemlich verhängnisvoll.

Reizvoller Abschnitt Seehausen-Barsberge- Drüsedau-Polkern- Dequede-Krevese- Krumke-Osterburg

Ein „Museumsstück“ eines Fahrradständers an der Burggaststätte Arneburg: Irgendwann sollten die DDR-Fahrradständer, für beladene Trekkingräder ungeeignet, ausgedient haben.

„Eine allerorten wahrhaftig radfreundliche touristische Infrastruktur mit dazu notwendigen Arbeitsplätzen kann zukünftig einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung in ,Sachen-Anhalts schönem Norden´ leisten“, glaubt Amtenbrink. Mit entsprechend wohlgesonnenem tourismus- und verkehrspolitischen Engagement der Landesregierung von Sachsen-Anhalt könnte schon im nächsten Jahr mit einer zünftigen Radtour ein überaus reizvoller Streckenabschnitt Seehausen-Barsberge-Drüsedau-Polkern-Dequede-Krevese-Krumke-Osterburg eingeweiht und mit einem wundervollen Radler-Fest im idyllischen Schlosspark Krumke gefeiert werden, schwebt dem Stendaler vor.

Von Ulrike Meineke

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