Schäfer hat mehr als ein Dutzend tote Schafe und Ziegen zu beklagen

Wanzer: Wolf schlägt zweimal zu

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So wie diesen Kadaver fand Schäfer Hildebrandt sowohl am Donnerstag als auch am gestrigen Freitag zahlreiche gerissene Ziegen und Schafe vor. Zuletzt waren es insgesamt zehn tote Tiere.

Wanzer – Alle andere als einen schönen Feiertag hat Schäfer Klaus Hildebrandt erlebt, als er am Morgen des 3. Oktober zu seinen Schafen und Ziegen gefahren ist, die auf einem Deich der Hohen Garbe bei Wanzer weiden.

Drei Schafe und eine Ziege wurden zunächst von einem oder mehreren Wölfen gerissen, beklagt Mann. In der Nacht auf Freitag waren es gar drei Ziegen und sieben Schafe.

„Es waren auch noch etwa zehn weitere Tiere verletzt, die es sehr wahrscheinlich nicht schaffen werden“, schildert der Schäfer der AZ. Aus organisatorischen Gründen konnte er am Feiertag seine drei Herden, die aus insgesamt 400 Tieren bestehen, nicht von der Weide nehmen. Zuletzt machte Hildebrandt diese Erfahrung im Jahr 2013. Von Kollgen wisse er, dass sie in diesem Jahr auch betroffen seien. „In Deutsch habe ich selbst in diesem Jahr einen Wolf gesehen, wenige hundert Meter vom Deich entfernt.“

Die sehr hohe Zahl gerissener Tiere könne er sich nur so erklären, dass es sehr wahrscheinlich mehr als ein Wolf gewesen sei. „Ich könnte mir vorstellen, dass Jungtiere mit dabei waren, denen das Jagen beigebracht wurde.“ Er hofft nun auf eine Entschädigung durch das Land. Diese ist für solche Fälle vorgesehen.

Schäfer Hildebrandt wünscht sich konkrete Maßnahmen, um die Gefahr für seine Tiere, die von Wölfe ausgehe, zu verringern. „Man sollte sie endlich in das Jagdrecht aufnehmen, so wie jedes andere Wildtier auch.“ Der erfahrene Schäfer plädiert für eine Schonzeit von Frühjahr bis November, da sich Wölfe den Herden nur im Winter nähern würden.

Etwas mehr generelle Rücksichtnahme auf seine Arbeit wünscht er sich aber auch von den Spaziergängern auf dem Deich. „Wer dort mit seinem Hund unterwegs ist, sollte ihn anleinen oder gar nicht erst mit dem Hund auf dem Deich spazieren.“ Wenn er nicht vor Ort sei, könne es schnell passieren, dass seine Herdenhunde mit den Hunden der Spaziergänger aneinandergeraten können und sich die Tiere dann in einander verbeißen würden.

Am heutigen Sonnabend will Hildebrandt alle Tiere vom Deich holen. In der Nacht will der Schäfer vorsorglich mehrere Kontrollfahrten zum Schutz seiner Tiere unternehmen.

VON TOBIAS HENKE

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