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„Gefahrenlage milde abstellen“

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Von: Thomas Westermann

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Polizeikontrolle bei den Losser Waldbesetzern
Polizeibeamte und Ordnungsamtsmitarbeiter des Landkreises Stendal sind mindestens einmal pro Woche zu Kontrollen bei den Waldbesetzern im Losser Forst.  © Westermann

Losse/Geestgottberg. Seit Ende April des vergangenen Jahres haben Umweltaktivisten Teile des Waldes bei Losse besetzt. Damit wollen sie gegen den A-14-Bau protestieren. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Magdeburg hatte Anfang Februar eine Beschwerde der Baumbesetzer im Losser Forst gegen Auflagen des Landkreises zurückgewiesen. Die Protestler müssen unter anderem die Sicherheit der Baumhäuser nachweisen und einen Versammlungsleiter benennen.

Doch wie geht es nun weiter? Steht eine Zwangsräumung bevor? AZ hat beim Landkreis Stendal nachgehakt. Die Büroleiterin von Landrat Patrick Puhlmann (SPD), Angela Vogel, äußert sich so: Da es sich im Wald bei Losse um eine Versammlung handele, werde hier nach Versammlungsrecht verfahren. Es finden einmal beziehungsweise mehrmals wöchentlich Kontrollen statt, die die Versammlungsbehörde vornimmt. Es gehe stets darum, eventuelle Gefahrenlagen zu erkennen und jeweils mit dem der Gefahrenlage angepassten mildesten Mittel abzustellen. Im vorliegenden Fall wurden offensichtlich durch den vergangenen Sturm geschädigte Baumhäuser festgestellt und mittels Zaun abgesperrt. Das Betreten der Baumhäuser sei allerdings bereits bis zum Nachweis der Standsicherheit untersagt. Unter Einhaltung der Auflagen könne die Versammlung weiterhin stattfinden.

Apropos Versammlung: Eine weitere der Autobahngegner gibt es am heutigen Sonnabend zwischen Wittenberge und Geestgottberg. Mit erheblichen Verkehrseinschränkungen ist dadurch auf der B 189 und auf der Elbebrücke zwischen 14 und 17.30 Uhr zu rechnen. Laut Internetauftritt des Bündnisses „Keine A 14“ handele es sich bei der heutigen Aktion um eine Multi-Vehicle-Demo. „Ahoi bunte Menschis von nah und fern, schließt euch uns an und kommt am 2. April 2022 zum Hauptbahnhof Wittenberge mit Fahrrädern, Inlinern, Skateboard, e-Bikes oder e-Autos, Rikschas, Pferdekutschen oder Kettcars!“, heißt es in dem Aufruf. Mit der Demo wollen die Umweltaktivisten dafür sorgen, dass „die Krampfader Sachsen-Anhalts sich nicht still und heimlich durch die Landschaft frisst“. Die Auftaktkundgebung beginnt um 14 Uhr am Wittenberger Bahnhof, Abschluss ist dann in Geestgottberg.

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