Waldbesetzer sind vorbereitet / Weihnachtsfest ist für Aktivisten unbedeutend

Wenn der Winter Einzug hält

Baumhäuser der Waldbesetzer bei Losse
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Die Waldbesetzer bei Losse sind auf Winter und Kälte nach eigenen Angaben gut vorbereitet.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Losse. Es ist in diesen Tagen kalt geworden in der Altmark. Wie fühlen sich die Baumbesetzer im Wald bei Losse angesichts der frostigen Temperaturen und wie werden sie Weihnachten verbringen? Die AZ hat nachgefragt.

„Man muss schon viel warme Kleidung dabei haben. Dazu gehören dicke Jacken, Mützen, Handschuhe und Stulpen. In den Baumhäusern gibt es reichlich warme Decken“, sagt eine Umweltaktivistin, die wie die anderen jungen Menschen vor Ort mit ihrer Baumbesetzung gegen den Weiterbau der Autobahn 14 demonstrieren. Und noch etwas hilft gegen die niedrigen Temperaturen, die sich in dieser Woche so zwischen minus eins und minus drei Grad eingepegelt haben: „Das Auf- und Absteigen von den Leitern an den Baumhäusern sorgen für Bewegung, das macht fit und hält auch warm.“ Seit Ende April ist der Privatwald besetzt. Aufgeben wollen die Protestler auch bei eisigen Temperaturen und eventuell Schneefall nicht. Mit Essensvorräten sind die Aktivisten, die alle anonym bleiben wollen, gut ausgestattet. Einer der Besetzer sagt: „Lebensmittel gibt es genug, denn wir leben ja in einer Wegwerfgesellschaft.“ Besonders freue er sich auf die Adventskalender mit Schokolade, die die Supermärkte nach den Feiertagen loswerden wollen. Ansonsten leben die Waldbesetzer von Gemüse, das die Felder im Herbst so hergegeben haben. Dazu gehören unter anderem Kürbisse und Kohlsorten. Das Weihnachtsfest spielt für viele übrigens keine Rolle, weil der christliche Glaube fehlt. Stattdessen feierten sie die Wintersonnenwende.

So kurz vor Weihnachten statteten in dieser Woche Polizei sowie die Ordnungsämter von Landkreis und Verbandsgemeinde Seehausen den Aktivisten einen Besuch ab. Für die jungen Leute nach Monaten der Besetzung keine Besonderheit mehr. „Die sind ja jede Woche hier.“

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