„Für Klimawende im Wald bleiben“

Losse: Wald-Besetzer lassen Ultimatum für Anlagenbeseitigung verstreichen

Waldbesetzer bei Losse
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Seit Mitte April haben Umweltaktivisten ein Waldstück bei Losse in der Verbandsgemeinde Seehausen besetzt. Ein vom Landkreis gesetztes Ultimatum, die Anlagen zu beseitigen, ließen sie am Dienstag verstreichen.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Losse. Irgendwie liegen die Nerven der Besetzer des Waldes bei Losse blank. Vielleicht nicht zuletzt deshalb, weil gestern das vom Ersten Beigeordneten des Landkreises Stendal, Sebastian Stoll, gesetzte Ultimatum zur Beseitigung der Anlagen im Wald nach fünf Tagen abgelaufen ist.

Die AZ machte sich gestern in das Waldstück auf, das sich im Privatbesitz befindet und von den Umweltaktivisten seit Mitte April illegal besetzt worden ist. Eine Person mit dem Decknamen Anne, die eigentlich dem männlichen Geschlecht angehört, machte deutlich, dass man mit der Presse nicht mehr reden möchte. Den Naturschützern und Autobahn-14-Gegnern scheint die Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr am Herzen zu liegen. Und auch gegen das Schießen von Fotos wurde sich energisch ausgesprochen. Am Freitag war Anne gegenüber der AZ noch äußerst mitteilungsbedürftig und sprach unter anderem von der Umsetzung von Klimaschutzzielen. Die angedrohte Räumung sieht Anne eher gelassen. „Wir werden für die erforderliche Klimawende weiter hier im Wald bleiben.“ Gestern machten es sich die Umweltschützer noch gemütlich, einige gaben sich entspannt. Allerdings war eine gewisse Nervosität und gar Aggressivität insbesondere bei einer Frau unübersehbar. „Sie gehen wieder genau den Weg durch den Wald zurück, den Sie gekommen sind“, sagte die Aktivistin zum Autor dieses Beitrags. Als dieser sich weigerte und einen anderen Waldweg einschlug, murmelte sie noch etwas Unverständliches hinterher. Dass die Aktivisten ihre Baumhäuser freiwillig beseitigen, danach sah es gestern nicht aus. Es machte den Eindruck, dass sie dort länger verweilen wollen.

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