Susanne Bohlander äußert sich zum Bericht „Baurecht für komplette A 14“ vom 15. Dezember 2020 in der AZ

A 14: „Wald wird abgeholzt und Ackerflächen zugebaut“

Ein Bagger und ein Baufahrzeug auf deinem Feld.
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Baufreiheit für die A 14 wird derzeit bei Wittenberge geschaffen.

Seehausen – Zum Bericht „Baurecht für komplette A 14“ in der AZ am 15. Dezember bezieht Susanne Bohlander von der BUND- Kreisgruppe Landkreis Stendal Stellung. Die Losenraderin äußert sich wie folgt:.

Dass der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Osterburg – Seehausen jetzt vorliege, sei kein Grund zum Jubeln. Denn, wie Verkehrsminister Webel zitiert wird: Es handele sich um eine Planung, die nach der Wende begann und damit 30 Jahre zurückliegt. Das Problem sei, dass seitdem nie darüber nachgedacht wurde, ob die Verkehrszahlen den Bau einer Autobahn überhaupt rechtfertigen. Die Bedarfsbegründung wurde also nie überprüft.

Verkehrsminister Webel ignoriere seit Langem die Fakten, die zur A 14 bereits seit mindestens vier Jahren vorliegen. Spätestens da war bekannt, dass die Annahmen, die der Planung der A 14 zugrunde lagen, falsch waren, meint Bohlander. Denn die erwarteten Verkehrsmengen, für die die A 14 gebaut und gerechtfertigt wurde, mussten um nahezu die Hälfte nach unten korrigiert werden. Die Bedarfsbegründung für die A 14 existiere damit nicht mehr. Die Annahmen, mit der man die A 14 vor 30 Jahren rechtfertigte, haben sich als falsch herausgestellt.

„Aber egal, denkt sich offenbar der Verkehrsminister. Wir haben Baurecht, und dann wird das jetzt so durchgezogen. Damit wird nun mit der A 14 eine Straße gebaut, die in diesen Ausmaßen gar nicht gebraucht wird. Im Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Seehausen – Elbe standen sogar an einer Stelle diese nach unten korrigierten Zahlen drin: gerade mal 15 000 Fahrzeuge statt der ursprünglich vorausgesagten 26 000 Kfz/24h. Für solche Verkehrsmengen werden nirgendwo in Deutschland Autobahnen gebaut und wäre die A 14 wie die B 190n im weiteren Bedarf verschwunden“, so die Altmärkerin und fügt hinzu: „Es wird also doppelt so viel Wald abgeholzt, werden mindestens doppelt so viele Ackerflächen zugebaut wie eigentlich notwendig. Und das in unseren Zeiten der Klimaveränderung, wo es darum geht, die klimaschädlichen Treibhausgase zu reduzieren. Unsere Wälder leiden unter den zunehmend heißen und trockenen Sommern. Aber die A 14 soll mitten durch den Seehäuser Wald gebaut werden. Unzählige Bäume werden dafür gefällt und das Naherholungsgebiet Seehäuser Forst mit seinen touristisch attraktiven Wanderwegen zerschnitten“, äußert die Naturschützerin. Den Menschen in den kleinen Dörfern zwischen Osterburg und Seehausen werde zugemutet, künftig direkt an der Autobahn leben zu müssen. Eine Autobahn für ein Verkehrsaufkommen zu bauen, das es in dieser Höhe gar nicht geben werde, sei schon in normalen Zeiten nicht zu rechtfertigen. Noch unverantwortlicher sei dieser A-14-Bau angesichts der finanziellen Belastungen von Bund und Ländern in der auch auf absehbare Zeit anhaltenden Corona-Krisenzeit, mein Bohlander abschließend. (red)

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