Projekt soll Einwohner des Storchendorfes „zusammenschweißen“

Eine „Werkstatt“ für Wahrenberger

Norbert Krebber bringt ein Transparent an
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Norbert Krebber vom Kultur- und Umweltbildungsverein Vitos will erneut eine „Dorfwerkstatt“ in dem Elbeort ins Leben rufen und ist sich sicher: Wahrenberg ist ein Dorf mit Vielfalt und Zukunft.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Wahrenberg. Die Einwohner im Storchendorf Wahrenberg sind sich in verschiedenen Fragen nicht immer einig. Zum einen mag es daran liegen, dass die Alteingesessenen andere Vorstellungen vom ländlichen Leben haben, als die neu Hinzugezogenen, die die idyllische Landschaft direkt an der Elbe in ihr Herz geschlossen haben.

Im vergangenen Jahr gab es die Möglichkeit, sich am Programm „Miteinander reden“ der Bundeszentrale für politische Bildung mit einer „Dorfwerkstatt Wahrenberg“ zu beteiligen. Der Kultur- und Umweltbildungsverein Vitos um Norbert Krebber bewarb sich um Aufnahme in das finanziell geförderte Programm und fand darin Aufnahme. Den Hintergrund der Dorfwerkstatt erläutert Krebber so: Wahrenberg wurde gegen Widerwillen 2010 in die Gemeinde Aland eingegliedert. Seitdem häufen sich Konflikte der Engagierten und Vereine im Ortsteil mit der Großgemeinde Aland. Wahrenberg sei die touristische Perle im neuen Gemeindeverbund und habe viele Zugezogene aus dem Ballungsraum Berlin bei gleichzeitigem Verlust der jungen einheimischen Bürger. Die Ost-Westverhältnisse und sozialen Unterschiede prallen aufeinander. Anderseits ergeben sich durch die Neubürger wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenziale. Der sanfte Tourismus hier im Biosphärenreservat könnte die Bürger „zusammenschweißen“. Vitos auf dem Elbehof wolle durch diese Förderung einen lebendigen und kreativen Dialog starten. Höhepunkt des Projektes war der Wahrenberg-Tag am 3. Oktober 2020, der in diesem Jahr eine Neuauflage erfahren soll, kündigte Krebber schon mal gegenüber der AZ an.

Und im Vorfeld soll es erneut ein Projekt geben. In nächster Zeit will Krebber wieder einen Antrag für „Miteinander reden“ einreichen und hofft auf Genehmigung und die damit verbundene finanzielle Bezuschussung. Unter dem Motto „Wahrenberg ein Dorf mit Vielfalt und Zukunft“ soll eine Chronik gemeinsam mit den Storchendörflern erarbeitet werden. Über das Elbedorf gab es schon ein derartiges Druckerzeugnis aus dem Jahr 2006, das mittlerweile vergriffen ist. Das noch zu erstellende Werk soll Rückblick und auch einen Vorausblick geben. Zu Ersterem gehört zweifelsohne das Leben am großen Fluss mit dem einstigen Fährbetrieb, der Altmark und Prignitz verbunden hatte. Und viele Wahrenberger erinnern sich noch gern an den Maskenball im Jahr 2004, den der damalige Dorfclubvorsitzende Burkhard Bluth organisiert hatte, und der wiederbelebt werden sollte. Und dies könnte sich in der Chronik widerspiegeln – eben aber noch als Zukunftsmusik. Und natürlich sollen Wahrenberger, die sich um den Ort verdient gemacht haben, in der Chronik und in einem noch anzulegenden Archiv Erwähnung finden. Krebber denkt dabei an den von den Nazis 1945 ermordeten Bürgermeister Ewald Fredrich und an die einstige Gemeindeschwester Wanda Bethke, die im vergangenen Jahr verstorben ist.

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