Ein Pförtner im Zentrum der Macht: Unterhaltsamer Kabarettabend mit Lothar Bölck im „La Palma“

Wächter zwischen Tür und Angel

Kabarettist Lothar Bölck begeisterte als Pförtner im Kanzleramt erneut das Publikum im Vielbaumer „La Palma“. Foto: Schaffer

Vielbaum. Kein Stuhl blieb im Service- und Veranstaltungszentrum „La Palma“ in Vielbaum unbesetzt, als der „Louis de Funes“ des deutschen Kabaretts, Lothar Bölck, erneut ein Gastspiel gab. „Du gehörst ja quasi schon zu meiner Familie.

Deshalb verbinden uns freundschaftliche Bande“, meinte Hausherr Armin Stepanek bei der Begrüßung des Gastes, den das Publikum schon mit reichlich Applaus als Vorschusslorbeeren bedachte.

Wer Bölck in Vielbaum oder anderswo gesehen und gehört hatte, für den war es klar, dass auch diese Veranstaltung sich wieder ins Gehirn brennen würde. Leicht angetüdelt mit dem Lied „Die Mutti wird’s schon richten“ und einer Pulle Sekt in der Hand begrüßte der Inhaber sämtlicher Schlüsselpositionen des Kanzleramtes, der Pförtner Bölck, sein Volk von der Bühne. Diese war vorteilhaft in schwarz gehalten und lenkte so die Blicke auf den Akteur, der gleich zu Anfang Cindy von Marzahn und die Kanzlerin ins Gespräch brachte. Dabei blieb die Frage offen, wer die Komikerin von beiden sei.

Er, der als Weibwächter zwischen „Tür und Angel(a)“ – so der Titel des Programms – agiert, war gerade von einem Pförtnersymposium aus Moskau gekommen. Deshalb erklärte er seinem Publikum, was gerade in der Ukraine passiert. Auch erfuhren sie, dass die Abkürzung Groko nicht große Koalition, sondern großes Kotzen, als natürlichste Form der Mülltrennung bedeutet und Schwarz-Rot ein Sieg ohne Erfolg sei. Da seine Kanzlerin gerade außer Haus war, bedeutete das für ihn, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen, „denn in diesem Land wissen sowieso nur Taxifahrer, Frisöre und vor allem Pförtner, wie man richtig regiert“. Dabei ist der Hilfskanzler gnadenlos demaskierend, und es war immer wieder erstaunlich, wie er mit viel Wortwitz und Wortakrobatik den Finger in die politischen Wunden legen kann und dabei die grauen Zellen auf Trab hält.

Kabarettfreunde sollten sich den Sonntag, 4. Mai, im Kalender anstreichen, denn dann sendet der Mitteldeutsche Rundfunk ab 22 Uhr die neue Folge von „Kanzleramt Pforte D“. Darauf machte Lothar Bölck noch aufmerksam, bevor er mit viel Applaus und einem großen Blumenstrauß von Armin Stepanek verabschiedet wurde. Im September gibt es an gleicher Stelle ein Wiedersehen mit dem Kabarettisten.

Von Walter Schaffer

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