KVHS-Angebot: Mitarbeiter in Wolfsburg nutzen Bildungsurlaub am Fluss

Aus dem VW-Werk an die Elbe

Menschen in Wahrenberg an der Elbe
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Umweltbildner Norbert Krebber (l.) vom Wahrenberger Elbehof leitete das ökologische Projekt für Mitarbeiter im Wolfsburger VW-Werk.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Wahrenberg. VW-Mitarbeiter im Wolfsburger Betrieb tauschen gern mal die Werkbank gegen die idyllische Landschaft an der Elbe ein und nutzen dafür Bildungsurlaub. Bereits zum zweiten Mal organisierte die Kreisvolkshochschule (KVHS) Stendal mit ihrer Außenstelle in Osterburg eine derartige Veranstaltung.

Mit im Boot war erneut Umweltbildner Norbert Krebber vom Wahrenberger Elbehof, der das ökologische Projekt leitete. Während der theoretische Teil im Seminarraum mit den zehn Teilnehmer über die Bühne ging, war die Praxis am großen Fluss angesagt. Thema der fünftägigen ökologischen und praxisnahen Intensivwoche war „Die mittlere Elbe – im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie, zwischen Regionalentwicklung, Naturschutz und Hochwassergefahren“. Die zehn Damen und Herren stammen übrigens alle aus der Altmark und arbeiten über die Woche in dem erwähnten niedersächsischen VW-Werk. Ein Großteil der Teilnehmer war schon im vergangenen Jahr in Wahrenberg dabei.

Krebber zeigte die Besonderheiten des ehemaligen Grenzraumes an der Elbe aus ökologischer, historischer, gesellschaftspolitischer und ökonomischer Sicht auf und erörterte dies gemeinsam mit den Seminarteilnehmern. Dem Diskurs in die Historie der Elbe und ihrer Flusslandschaft folgte eine kritische Betrachtung der gegenwärtigen Rolle des Flusses als Naturschutzgebiet, Schifffahrtsweg, Lebensraum für Tier und Mensch und als Naherholungsgebiet. So wichtig Hoch- und Niedrigwasser für die Elbauen und ihre Artenvielfalt sind, so einschränkend sind sie für die Schifffahrt. Schutz- und Pflegekonzepte wurden vorgestellt. Das Seminar beinhaltete die jüngste Geschichte einer deutsch-deutschen Region und die Konflikte in einem laufenden Annäherungsprozess. Es behandelte die Auswirkungen des Klimawandels auf die Flusslandschaft. Es hinterfragte und entwickelte zudem individuelle und gesamtgesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten, um langfristige und fatale Schäden für Natur und Mensch vorzubeugen. Fazit der KVHS nach der Bildungswoche: „Die Teilnehmer erlebten die Elbe-Flusslandschaft hautnah. Sie konnten Kraft, Energie und Ruhe pur tanken, um den täglichen Anforderungen im Berufsalltag gestärkt begegnen zu können.“

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