Vorfreude auf die volle Klangfülle

Klaus-Michael Schreiber von der Orgelbaufirma Schuke in Potsdam demontierte etliche Teile der Lütkemüller-Orgel in Seehausen, um sie in der heimischen Werkstatt aufzuarbeiten. Foto: Westermann

Seehausen. Die diesjährigen Sommerkonzerte in der St.-Petrikirche zu Seehausen sowie weitere christliche Veranstaltungen müssen ohne die Lütkemüller-Orgel auskommen. Der Grund dafür: Die Sanierung des altehrwürdigen Instruments wird fortgeführt. Kirchenmusiker Friedemann Nitsch freut sich darüber sehr:

„Seit rund zehn Jahren ist in Sachen Orgelsanierung nichts passiert. Nun kann es nach 1996 und 1998 mit dem dritten Bauabschnitt endlich weitergehen“, sagte der Kantor gegenüber der AZ. Die Arbeiten dafür begannen kürzlich und kosten etwa 125 000 Euro, wobei die Finanzierung gesichert ist. Den Löwenanteil trägt dabei mit 43 000 Euro die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt. Ferner fließen Gelder von der Seehäuser Kirchengemeinde, von der Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD), von der Landeskirche, vom Kirchenkreis und vom Förderverein der St.-Petrikirche. Die Restaurierungsarbeiten liegen wieder in den bewährten Händen der Mitarbeiter der Firma Alexander Schuke in Potsdam, die bereits die vorangegangenen Reparaturen an der „Königin der Instrumente“ zur vollsten Zufriedenheit des Auftraggebers ausgeführt haben.

Zu der gegenwärtigen Sanierung gehört unter anderem das dritte Manualwerk, das nur noch teilweise bespielbar ist. Außerdem soll das Register wieder auf Vordermann gebracht werden. Für die Restauration hatten Beschäftigte der Orgelbaufirma etliche Teile demontiert, um sie in der Werkstatt in Potsdam aufzuarbeiten. Dies sei alles sehr zeitintensiv, berichtete Kantor Nitsch, denn die Lütkemüller-Orgel werde erst im nächsten Jahr wieder bespielbar sein. Dies bedeute Einschränkungen bei den bereits erwähnten Kirchenmusiken in St. Petri. So werde statt Orgelmusik in den nächsten Wochen Chor- und Bläsermusik zu hören sein. Dabei bedient sich der Kirchenmusiker eigener Kräfte, die hochqualitative Konzerte anbieten können, wie beispielsweise die St.-Petri-Kantorei, der Gospel- sowie der Posaunenchor. Nitsch freut sich über das Ende der Sanierung dann umso mehr: „Die Lütkemüller- Orgel wird mit allen 44 Registern in voller Klangfülle zu hören sein.“

Als vierter und letzter Bauabschnitt stehen Arbeiten am Prospekt (Schauansicht der Orgel) an. Dabei sollen die Zink- durch Zinnpfeifen ersetzt werden. Die Pfeifen wurden während des Ersten Weltkrieges eingeschmolzen und durch das minderwertige Zinkmaterial ersetzt, berichtete Nitsch.

Sehr gern freut sich die Kirchengemeinde über Spenden zur weiteren Orgelrestaurierung. Diese können bei der KD-Bank, Kontonummer 155 824 60 37, Bankleitzahl 35060190, eingezahlt werden. Empfänger ist das Kreiskirchenamt Stendal. Als Zweck bitte Spende Orgel Kirche Seehausen angeben.

Von Thomas Westermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare