Thorsten Gertel will Ökohof Jagel errichten und vom altmärkischen Erfahrungsschatz profitieren

Von der Vision zum Projekt

So soll er einmal aussehen – der künftige Ökohof Jagel unweit zur sachsen-anhaltinischen Landesgrenze. Der einstige Wittenberger Thorsten Gertel hatte die Vision und arbeitet nun an der Umsetzung des Projektes. Dabei möchte er auch vom reichen Erfahrungsschatz verschiedener Altmärker profitieren.

Jagel/Seehausen. Thorsten Gertel ist ein Visionär. In der Prignitz-Stadt Wittenberge geboren und aufgewachsen, leitet er nun in Düsseldorf als Geschäftsführer ein Unternehmen, das unter anderem Firmen berät.

Doch er möchte vom Rhein wieder zurück an die Elbe – konkret nach Jagel, der Ort befindet sich nur einen Katzensprung weit zur sachsen-anhaltinischen Landesgrenze. Die Vision des Diplom-Ingenieurs besteht darin, dort einen Ökohof entstehen zu lassen. Die Idee kommt nicht von ungefähr, Gertel kennt bereits das Ökodorf Sieben Linden in der westlichen Altmark bestens und ist begeistert davon.

Allerdings möchte er sein Projekt personell etwas geringer angehen. Während in Sieben Linden rund 140 Menschen leben, denkt der einstige Wittenberger eher an eine Lebens- und Wohngemeinschaft für bis zu 15 Menschen, die sich dort niederlassen und ökologisch nachhaltige Landwirtschaft und Gartenbau praktizieren. Gertel spricht von „solidarischer Landwirtschaft“. Rund 6000 Quadratmeter umfasst das Hofgelände. Hinzu kommen etwa zwölf Hektar Acker- und Weideland. Auf letzteres könnte sich der Visionär die Produktion von Milch und Fleisch von „glücklichen Rindern“ vorstellen. Jagel wählte der Unternehmer bewusst. Sein Großvater betrieb dort die einstige Gaststätte Balke. Aufgrund der Nähe zur innerdeutschen Grenze wurde er von den DDR-Behörden ausgesiedelt. Gertels Verwandschaft erbten Immobilien und Grundstück. Von ihnen kaufte er alles zurück und erwarb weitere Gebäude. Schon bald will er mit der Sanierung beginnen. Nach der Umsetzung des ehrgeizigen Projekts sollen Bio-Gastronomie und kulturelle Veranstaltungen im einstigen Gasthof Balke mit Hotelbetrieb Einzug halten. Ferner sollen unter anderem Wellness, Workshops, Tagungen und Camps möglich sein. Auf einem Hofladen werden die vor Ort erzeugten Produkte vermarktet. Diesbezüglich will er Kontakt mit der Schäferei Schuster im Seehäuser Ortsteil Beuster und mit Bio-Landwirt Koch in Losenrade Kontakt aufnehmen. Er möchte von dem reichen Erfahrungsschatz der beiden Unternehmen profitieren.

Gegenwärtig touren Thorsten Gertel und Claudia Hoeps, die maßgeblich an dem Projekt beteiligt ist, durch deutsche Metropolen wie beispielsweise Berlin und Hamburg zwecks Werbung für den künftigen Ökohof Jagel. Präsentationen sind demnächst auch in der Prignitz geplant und eventuell auch in der Altmark.

Von Thomas Westermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare