„Medizin im Dialog“ beantwortet gesundheitliche Fragen

Viele Ursachen für Fettleibigkeit

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Der Chefarzt der Chirurgie, Dr. med. Michael Stachow (r.) stellte seinen neuen Oberarzt, Alexandro Karamanidis, zu Beginn des Vortrages vor.

Seehausen – „Medizin im Dialog“, so heißt die interessante Vortragsreihe im Agaplesion-Diakonie-Krankenhaus Seehausen, die sich in regelmäßigen Abständen einer großen Beliebtheit bei der Bevölkerung erfreut.

Als vor wenigen Tagen der Chefarzt der Chirurgie, Dr. med. Michael Stachow, als Referent seine Zuhörer begrüßte, schaute er aufmerksam in die Runde und meinte, dass keine Person anwesend sei, auf die die Thematik des Vortrages zutreffend sei. Fettleibigkeit stand auf dem Programm.

Doch bevor unter anderem der Frage nachgegangen wurde, ob die extreme Übergewichtigkeit eine Krankheit ist oder, ob die Ursachen im Verhalten des Individuums liegen, stellte der Chefarzt seinen neuen Oberarzt in der Chirurgie vor.

Der gebürtige Grieche mit Namen Alexandro Karamanidis hat sich auf vielen Gebieten der Chirurgie spezialisiert, besitzt eine große Berufserfahrung. Was auch sehr wichtig ist, er spricht ausgezeichnet Deutsch. Scherzhaft meinte Dr. Stachow, dass der Ururur-Großvater seines neuen Oberarztes wohl Askulap, der Begründer und Gott der Heilkunde, gewesen sei.

Doch dann ging es ans eigentliche Thema und der Frage „Wann gilt ein Mensch als fettleibig?“. Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt bei einem Body-Mass-Index (MMI) von 30 oder einem größerem Wert Fettleibigkeit vor. Bis 40 und darüber wird von drei verschiedenen Stadien gesprochen. Den BMI kann sich jeder selbst unkompliziert ausrechnen, wenn er seine Körpermasse durch das dividiert. Bis zu einem BMI von 25 liegt Normalgewichtigkeit vor.

Anhand einer Weltkarte wurde die Entwicklung der extremen Übergewichtigkeit im Weltmaßstab gezeigt. Deutschland gehört wie fast alle westeuropäischen Länder, und vor allem die USA, dazu.

Die Ursachen dafür liegen nicht nur in dem ständig vorhandenen und konsumierten Nahrungsangebot und der zunehmenden Bewegungsarmut. Gene (Erbanlagen) prägen den Grundumsatz, die Nahrungsverwertung und das Fettverbrennungsmuster.

Auch die Speisenqualität (leicht oder schwer verdaulich) sowie bestimmte Medikamente, zum Beispiel Antidepressiva) können als Nebenwirkungen eine Gewichtszunahme bewirken.

Wenn konventionell empfohlene Maßnahmen wie verminderte Nahrungsaufnahme oder mehr Bewegung nicht den gewünschten Erfolg bringen, so gibt es unter bestimmten Voraussetzungen auch den chirurgischen Eingriff zur Behebung der Adipositas. Welche Möglichkeiten dabei bestehen, wurde klar und deutlich in dem Vortrag ausgeführt.

Interessant ist es dabei auch zu wissen, dass diese Eingriffe auch im Seehäuser Krankenhaus vorgenommen werden können. Interessenten müssten sich dafür mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen.

VON WALTER SCHAFFER

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