Anklage wegen Vergewaltigung in der Ehe: Urteilsverkündung verschoben

„Für mich keine schöne Situation“

Landgericht Stendal
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Im Januar soll nach mehreren Verhandlungstagen in diesem Haus das Urteil verkündet werden. 
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen/Stendal. Die Mühlen der Justiz mahlen manchmal langsam. Seit Anfang November dieses Jahres läuft am Landgericht Stendal ein Prozess gegen einen Unternehmer, Kreistagsabgeordneten und Bürgermeister in der Verbandsgemeinde Seehausen. Ihm wird vorgeworfen, seine Ehefrau zwischen 2012 und 2017 in fünf Fällen vergewaltigt zu haben. Einmal soll es ein Versuchsstadium gewesen sein (AZ berichtete).

Dr. Michael Steenbuck, Pressesprecher am Landgericht Stendal, sagte damals auf Nachfrage der AZ, dass am ersten Verhandlungstag eine umfangreiche Beweisaufnahme stattgefunden habe. Auf Antrag der Verteidigung wurde letztlich die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Mit einem Urteil rechnete er dann nach einigen weiteren Verhandlungstagen am 15. November. Das war jedoch nicht der Fall. Nun sollte am Dienstag, 28. Dezember, ab 9 Uhr das Urteil im Saal 218 gesprochen werden. Während die Urteilsverkündungen eigentlich für die Öffentlichkeit zugänglich sind, war das gestern nicht der Fall. Am Einlass stand auf einer Tafel der Verhandlungsfall, daneben leuchtete eine Diode mit der Aufschrift „nichtöffentlich“. Die Vize-Präsidentin am Landgericht Stendal, Haide Sonnenberg, äußerte auf AZ-Anfrage, dass die Urteilsverkündung für Anfang Januar geplant sei.

Der Angeklagte sagte gegenüber der AZ, dass gestern bis zum Mittag die Plädoyers verlesen wurden. Nun müssten sich die Juristen nochmals beraten. „Für mich ist das keine schöne Situation.“

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