Amphibienuntersuchung im Projekt „Lebendige Auen für die Elbe“

Es unkt und quakt in der Garbe

+
Im Februar wurden in der Hohen Garbe verschiedene Kleingewässer angelegt – sehr zur Freude der verschiedenen Amphibien.

Wanzer – Im Februar dieses Jahres war es nach langer Zeit der Vorbereitung, die für Flächenkäufe, Planung und Genehmigung nötig waren, soweit: Bagger machten sich im Gebiet der Hohen Garbe im Auftrag des BUND-Auenzentrums Burg Lenzen ans Werk.

Verschiedene Kleingewässer wurden angelegt und das Abgrabungsgewässer umgestaltet, um vor allem für Rotbauchunke und Moorfrosch neue Lebensräume zu schaffen.

Diese naturschutzfachlichen Maßnahmen wurden vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und nukleare Sicherheit im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ unterstützt.

Kaum waren die Kleingewässer in diesem besonderen Naturraum an der Elbe bei Wanzer angelegt und umgestaltet, wurden sie schon besiedelt: Moorfrösche, vermutlich auch Grasfrösche, haben in den neuen Tümpeln der Hohen Garbe Laich abgelegt. Erste Kaulquappen sind bereits geschlüpft.

Christian Fischer aus Dannenberg war bereits viermal in der Hohen Garbe unterwegs, um die Auswirkungen der Umgestaltungen auf die Amphibienwelt zu dokumentieren. Der Amphibien-Sachverständiger und Naturschutz-Gutachter stellte fest, dass die Wasserstände am Abgrabungsgewässer und weiteren neu angelegten Kleingewässern trotz der Trockenheit und im Gegensatz zu diversen Gewässern im Alandpolder sowie in der nordwestlichen Hohen Garbe erfreulicherweise stabil sind.

„Grundsätzlich ist das eine gute Voraussetzungen einer erfolgreichen Amphibien-Vermehrung“, erklärt Fischer. Er konnte in einem neuen Kleingewässer sogar eine recht umfangreiche Fortpflanzung von Braunfrö-schen, wozu unter anderen Moorfrösche und Grasfrösche gehören, mit etwa 50 Laichballen nachweisen. Das Abgrabungsgewässer hingegen ist erwartungsgemäß das Zuhause von sogenannten fischtoleranten Arten wie Erdkröten und Wasserfröschen – darunter auch und vor allem der Seefrosch.

In den zusätzlich untersuchten Gewässern der Hohen Garbe – westlich und nördlich des Abgrabungsgewässers – war bei der ersten Begehung die Präsenz von Rotbauchunken bemerkenswert: an neun Kleingewässern waren die typischen Rufe der Rotbauchunke zu hören. Allerdings sind die meisten dieser Gewässer in der Zwischenzeit bereits ausgetrocknet.

Der schnelle Erfolg dieser naturschutzfachlichen Maßnahmen im Projekt „Lebendige Auen für die Elbe“ zeigt, wie groß der Mangel an geeigneten Lebensräumen für diese seltenen und streng geschützten Amphibien-Arten ist – zumal die natürlichen Mulden in dem Auen-Gebiet aufgrund des regenarmen Frühjahrs schnell trockengefallen sind. „Sobald die entsprechenden Strukturen und Lebensräume in der Landschaft vorhanden oder neu entstanden sind, siedeln sich auch die Zielarten sofort an“, fasst Dieter Leupold vom BUND-Auenzentrum zusammen.

In weiteren naturschutzfachlichen Maßnahmen in der Hohen Garbe wurden zum Beispiel Bäume gepflanzt sowie Brutinseln und Steilufer angelegt. Demnächst werden alte Flutrinnen aktiviert, ein alter Sommerdeich geschlitzt und eine Flussinsel, wie sie an der Stelle zuletzt vor 170 Jahren existierte, wiederangelegt. All diese Aktivitäten haben ein Ziel: Sie dienen dem Erhalt und der Förderung der besonderen naturnahen Lebensräume im Auen-Juwel Hohe Garbe mit ihrer angepassten, spezialisierten Pflanzen- und Tierwelt, wozu neben den Amphibien etwa auch Schwarzstorch, Seeadler, Fischotter, verschiedene Fledermäuse sowie 20 Libellenarten zählen.

VON THOMAS WESTERMANN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare