Junge Bäume für die alte Aue

Umfangreiche Pflanzungen in der Hohen Garbe bei Wanzer

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Maria Lindow (v.l. stehend), André Kugler vom Landschaftsbauunternehmen und Diplom-Biologe Dieter Leupold, Projektkoordinator Naturschutz beim Trägerverbund Burg Lenzen, freuen sich über die Pflanzaktion innerhalb des Projektes „Lebendige Auen für die Elbe“ in der Hohen Garbe.

Wanzer – Dichte Baumkronen, feuchte Senken mit einer Vielzahl von Amphibien und Insekten – dazu überall lebhafter Vogelgesang. Was sich anhört wie eine Szenerie aus dem Regenwald, kann an der Elbe erlebt werden.

Mit einem Auwald von über 200 Hektar zählt die Hohe Garbe bei Wanzer zu den größten und wichtigsten verbliebenen Hartholzauen an diesem Abschnitt des großen Stroms Elbe. Seeadler, Schwarzstorch, Mittelspecht, Fledermäuse und viele weitere Arten sind dort heimisch.

Um diesen einzigartigen Lebensraum zu schützen und zu entwickeln, werden im Rahmen des Projektes „Lebendige Auen für die Elbe“ zahlreiche Maßnahmen vorgenommen. Nachdem bereits begonnen wurde, das Abgrabungsgewässer – eine ehemalige Deichbauentnahmestelle – in einen naturnäheren Zustand zu versetzen (die AZ berichtete), wird mit dem Abschluss der neuesten Baumpflanzaktion in dieser Woche ein weiteres wichtiges Projektziel erreicht sein.

In 30 eingezäunten Pflanzkreisen von je 400 Quadratmetern Größe wurde 2017 begonnen, durch die Pflanzung auentypischer Baumarten wie Eichen, Flatterulmen, Schwarzpappeln und Weiden den Grundstock für die künftige naturnahe Entwicklung des Gebietes zu legen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Pflanzverfahren wurde dabei nicht die komplette Fläche bepflanzt. Stattdessen verteilt man die jungen Bäume in Pflanzkreisen. Als Schutz vor Wildverbiss kommen dornige Sträucher wie Wild-rosen, Weißdorn, Schlehe oder Kreuzdorn zum Einsatz.

Auch die Waldrandbereiche des bestehenden Auenwaldes wurden in diesem Winter ökologisch aufgewertet. An sechs verschiedenen Standorten sorgen Arten wie Wildbirne, Mandelweihe oder Feldahorn sowie blühende und fruchttragende Sträucher für einen gestuften und artenreicheren Waldrand, der auch zahlreichen Vogel- und Insektenarten einen neuen Lebensraum biete, sagt Dieter Leupold, Projektkoordinator Naturschutz beim Trägerverbund Burg Lenzen, gegenüber der AZ.

VON THOMAS WESTERMANN

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