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Eigene vier Wände für Flüchtlinge: Ukrainer beziehen bald Wohnungen in Seehausen

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Von: Thomas Westermann

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Spielplatz am Seehäuser Schillerhain
Diesen gepflegten Spielplatz am Seehäuser Schillerhain könnten die geflüchteten Mädchen und Jungen aus der Ukraine schon bald nutzen. © Westermann

Die ersten geflüchteten Ukrainer werden demnächst ihre eigenen vier Wände in der Hansestadt Seehausen bekommen. Dafür werden noch Ausstattungsgegenstände gesucht.

Seehausen - Bei den Osteuropäern, 19 an der Zahl, handelt es sich um jene, die nach der Flucht Unterkunft im Beusteraner Dorfgemeinschaftshaus gefunden haben. Nun sollen sie ihren eigenen Wohnraum in Seehausen bekommen, kündigt Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) an. Voraussichtlich werden nach Absprachen mit dem Landkreis Stendal Bauten am Schillerhain bezogen. Durch das Wohnen in der Kernstadt müssen die Flüchtlinge durch ihre Betreuer nicht mehr gänzlich versorgt werden. „Sie können dann eigenständig einkaufen“, sieht Kloth darin einen Vorteil.

Aber noch fehlen Ausstattungsgegenstände und deshalb bittet der Verwaltungschef um Unterstützung, da in den Sammelstellen des Landkreises nicht mehr genügend Mobiliar vorhanden sei. Benötigt werden von Privatpersonen beispielsweise Couchen, Betten, Geschirr und Schränke. „Aber keine riesigen Anbauwände. Wir hatten ein Angebot für die Schrankwand ‘Arendsee’ – das Angebot musste abgelehnt werden.“ Eine Sammelstelle gebe es in der Verbandsgemeinde zwar nicht, aber all jene, die Spenden geben möchten, können sich in der Verwaltung unter der Rufnummer (039386) 98 20 melden. Die Angebote werden registriert und je nach Bedarf angeschaut und abgeholt. Der Aulosener machte auch unmissverständlich deutlich: „Wir nehmen keinen Schrott ab. Die Sachen müssen nicht gerade neu, aber ansehnlich sein.“ Und wer Textilien abgeben möchte, sollte dies in der DRK-Kleiderkammer tun.

Froh ist der Verbandsgemeindebürgermeister darüber, dass circa 40 freiwillige Helfer gefunden werden konnten, die den geflüchteten Familien unterstützend zur Seite stehen möchten. Behördengänge gehören ebenso dazu wie das Einrichten von Wohnungen. Zudem gebe es Personen, die der ukrainischen Sprache mächtig sind und Deutschkurse für die Flüchtlinge anbieten wollen. Außerdem müssen die Kinder für den Kita- oder Schulbesuch vorbereitet werden. Schon am heutigen Freitag wird das erste ukrainische Kind die Kita am Seehäuser Klosterschulplatz besuchen. Der Wille der Mütter sei es, die Kinder in Tagesstätten betreuen zu lassen.

Kloth macht ferner deutlich, dass all jene, die in Eigeninitiative Flüchtlinge aufnehmen und in die Verbandsgemeinde bringen auch dafür Sorge tragen müssen, den Menschen Unterkunft zu geben. Es sei nicht möglich, sofort über den Landkreis eine Wohnung zu beziehen. Erster Anlaufpunkt sei die Erstaufnahme in Stendal, wo die Registrierung erfolgt und die Ukrainer Speisen und Getränke erhalten.

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