Zweite Beamtenstelle in der Verbandsgemeinde Seehausen stößt auf Unverständnis

„Überflüssig wie ein Kropf“

Seehausen. Der Haushalt 2017 der Verbandsgemeinde Seehausen ist seit Dienstagabend beschlossene Sache. Beim Blättern durch das Zahlenwerk fällt schnell auf, dass der größte Batzen an Geld für Personalkosten draufgeht – und zwar konkret 5 448 300 Euro.

Gemessen an den Personalaufwendungen bedeutet dies einen Anteil von circa 65 Prozent.

Verwaltungschef Rüdiger Kloth ist Beamter. Nun soll ein weiterer für die Verbandsgemeinde hinzukommen.

Und es wird laut Stellenplan für das laufende Jahr eine zweite Beamtenstelle ausgewiesen, da die Verbandsgemeinde neben Verwaltungschef Rüdiger Kloth eine weitere derartige Position aufgrund von Gesetzlichkeiten besetzen muss. „Hoheitliche Aufgaben sind in der Regel durch Beamte, insbesondere den Verbandsgemeindebürgermeister zu erfüllen. Unbeschadet dessen muss jedoch mindestens ein Beamter mit der Befähigung für den allgemeinen Verwaltungsdienst der Laufbahngruppe 2 im Dienst der Verbandsgemeinde stehen. Gegenwärtig ist das nicht der Fall. Derzeit werden die Möglichkeiten einer Besetzung der neuen Stelle geprüft. Die Entscheidung obliegt dem Verbandsgemeinderat Der Ausweis im Stellenplan erfolgt vorsorglich“, heißt es im Vorbericht des Etats. Für beide Beamte stehen 170 200 Euro im Zahlenwerk.

Hinsichtlich der zweiten Stelle äußert sich der Verbandsbürgermeister gestern auf AZ-Anfrage. „Wir wollen die zweite Beamtenstelle aus den vorhandenen Mitarbeitern intern besetzen. Die Mehrkosten gegenüber einem Verwaltungsangestellten sind nicht gravierend“, so der Verwaltungschef, der mit rund 5000 Euro Mehraufwendungen pro Jahr rechnet. „Wir können uns dagegen nicht wehren, die Gesetzlichkeiten schreiben das vor.“

Für Verbandsgemeinderatsmitglied Bernd Kloss aus Wanzer ist die Schaffung einer zweiten Beamtenstelle „überflüssig wie ein Kropf“. Es gebe große Probleme in der Kommunalpolitik angesichts der finanziellen Lage und „dann wird die zweite Beamtenstelle von oben aufdiktiert“. „Das ist etwas, was wir überhaupt nicht brauchen.“

Von Thomas Westermann

Rubriklistenbild: © dpa

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