Regionalkantorin Sophie-Charlotte Tetzlaff leitet besonderes Orgel-Chor-Konzert am 26. November

Trostspendende Klänge nutzen dem Hospiz

Die Lütkemüller-Orgel in der Petri-Kirche der Wischestadt spielt Stendals Domkantor Johannes Schymalla.
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Die Lütkemüller-Orgel in der Petri-Kirche der Wischestadt spielt Stendals Domkantor Johannes Schymalla.

red Seehausen. „Herr, wir trau’n auf deine Güte, die uns rettet wunderbar, singen dir mit frommen Liede, danken freudig immerdar“, erklingt es derzeit immer montagabends auf den Proben der Kantorei „ArendSEEhausen“. 

Der Text liegt der Hymne op. 96 von Felix Mendelssohn Bartholdy zugrunde – eine Vertonung des 13. Psalms aus dem Alten Testament, wie Sophie-Charlotte Tetzlaff der AZ mitteilt. 

„Die Komposition geht auf eine persönliche Bitte des englischen Literaten Broadley zurück. Dieser plante eine großzügige Ausgabe seiner Psalm-Paraphrasen in Privat-Edition. Zunächst lieferte Mendelssohn eine Fassung nur mit Orgelbegleitung in Anlehnung der Form des britischen Anthems ab. Auf besonderen Wunsch des Autors fertigte Mendelssohn wenig später noch eine weitere Version des ursprünglichen Werkes an“, schildert die Regionalkantorin. „Er „versuchte, dem Stück ein Orchesterkleid anzupassen“, führt sie weiter aus. So habe Mendelssohn selbst der Orgelfassung ganz unverhohlen den Vorzug gegeben, weshalb es nahe liege, „dieses Stück mit einer Lütkemüller-Orgel aus dem 19. Jahrhundert zu begleiten“ – und genau wird passieren.

Mezzosopranistin Luise Sitzlack reist für das Konzert zum Ewigkeitssonntag in Seehausen extra aus Dresden an.

Am Sonntag, 26. November, 17 Uhr, werden mit der Kantorei „ArendSEEhausen“ und Gästen eben diese „Drei geistliche Lieder und Fuge“ op. 96 für Orgel und Chor aufgeführt. Hinzu kommen Arien und Chorstücke unter anderem aus dem Elias. Als Solistin wird Luise Sitzlack aus Dresden kommen und die Orgel wird Domkantor Johannes Schymalla aus Stendal spielen. Tetzlaff: „Die Lütkemüller-Orgel eignet sich sehr für eine Chor-Orgel-Kombination, da sie so klanglich so facettenreich wie ein großes Orchester sein kann. Die Texte der ausgewählten Werke spenden Trost und beflügeln durch wunderschöne Klangwelten.“ So passen die Stücke nach Ansicht der Regionalkantorin zum Ewigkeitssonntag, wenn an die Verstorbenen gedacht wird und sich mit dem Thema Tod und der damit einhergehenden Grenze der menschlichen Existenz auf Erden beschäftigt werde. „Was ist der Tod, bist du mir Schild und Zier? Den Stachel nimmst du ihm, Herr, bleib bei mir“, heißt es in einem Choral aus dem 19. Jahrhundert. Mit der trotzigen, stärkenden Aussage klingt das Konzert aus, bevor als bittender Abschluss „Verleih uns Frieden gnädiglich“ noch mal von Mendelssohn Bartholdy gesungen wird.

Der Eintritt ist frei. Es wird je zur Hälfte für die Unkosten des Konzerts und für die Hospizarbeit in Stendal gesammelt, kündigt Tetzlaff an, die das Konzert leiten wird.

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