Verbandsgemeinderat will Aufgaben auf Vereine abwälzen / Willi Hamann: „Eine Frechheit“

„Touristinfo bei Stadt belassen“

Gegenwärtig laufen Gedankenspiele, die Seehäuser Touristinformation in Hand der Stadt zu belassen.
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Gegenwärtig laufen Gedankenspiele, die Seehäuser Touristinformation in Hand der Stadt zu belassen.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen. Die Aufgaben, das Personal und das Gebäude der Seehäuser Touristinformation sollen laut Stadtratsbeschluss an die Verbandsgemeinde übertragen werden.

Grund dafür ist die Tatsache, dass die Einrichtung an der Arendseer Straße nicht nur für die Kernstadt mit den Ortsteilen arbeitet, sondern Aktivitäten wie beispielsweise Kürbisfest und Bratapfelmarkt sowie Veranstaltungen in der Wischelandhalle und der Salzkirche allen Bürgern in der gesamten Verbandsgemeinde und darüber hinaus zugute kommen (die AZ berichtete).

Doch angesichts von Diskussionen im Verbandsgemeinderat ist es nicht ausgeschlossen, dass die Touristinfo eventuell in Hand der Kommune bleibt. Die Verbandsgemeinderäte Bernd Kloss und Karsten Reinhardt hatten bei der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums gefordert, dass bei einer Übertragung dann bei der Organisation von Veranstaltungen direkt in der Hansestadt mehr das Engagement von Seehäuser Vereinen gefragt sei, da die Touristinfo auch Aufgaben in den Mitgliedsgemeinden zu erfüllen habe. Die Dörfer machen das vor. Kloss erinnerte beispielsweise an das Mühlenfest und den Herbstmarkt in Wanzer mit unzähligen Besuchern. Reinhardt schiebt nach: „Vereine müssen zum Wohl der Bevölkerung eingesetzt werden.“ Zwei Tage später – auf der letzten Stadtratssitzung dieses Jahres – platzte angesichts der Äußerungen Ratsherr Willi Hamann der Kragen. Seehäuser Vereine organisieren beispielsweise das Waldbadfest, den Tulpensonntagsumzug und das Weihnachtsbaumverbrennen. Allein bei der Feuerwehr fallen pro Kalenderjahr circa 12 000 Arbeitsstunden an. Hamann weiß, wovon er spricht, schließlich ist er auch Vorsitzender des Fördervereins der Brandbekämpfer. „Die Äußerungen im Verbandsgemeinderat seien beleidigend für die Ehrenamtlichen und eine Frechheit“, schimpfte der Seehäuser.

Der Bürgermeister der Hansestadt, Detlef Neumann, könne verstehen, dass sich Hamann über die getätigten Äußerungen im Verbandsgemeinderat sehr geärgert habe. „Die hiesigen Vereine machen genug“, sagte er gestern auf AZ-Anfrage. Bei der Organisation von Veranstaltungen in der Kernstadt gehe es gar nicht ohne die Arbeit der Touristinformation. Man könne nicht alles wegschieben. „Eventuell sollte man die Info bei der Stadt belassen.“

Von Thomas Westermann

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