Vier Pyrenäenberghunde für Schäferei in Beuster als Herdenschützer auf den Beinen / Warntafeln am Elektrozaun

„Touristen können den Anblick genießen“

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Sie wirken wie Teddybären in weiß: Zwischen den Schafen sind die Schutzhunde kaum auszumachen. 

Beuster. Damit bei einem Wolfsriss von Nutztieren der Halter auf Entschädigung hoffen kann, sind entsprechende Auflagen zu erfüllen. Eine der Maßnahmen ist das Vorhandensein von Herdenschutzhunden, die derzeit in der Region aber noch selten sind.

Die Warntafel stammt vom in Much-Marienfeld (Nordrhein-Westfalen) ansässigen Verein „Freundeskreis freilebender Wölfe“.

Bei einem Besuch des Schäfers Axel Schuster in Beuster, der seine Herde bei Pflegemaßnahmen am Elbdeich einsetzt, erläutert der Fachmann der AZ wissenswerte Informationen über die speziellen Tiere. Herdenschutzhunde sind groß und kräftig. Sie werden zum Schutz und zur Verteidigung der ihnen anvertrauten Herde gegenüber Mensch und Tier gezüchtet. Schuster hat vier Tiere, die zwischen einem halben und einem Jahr jung sind und beim Züchter zwischen der Nutztierherde geboren worden sind. Dort wuchsen sie auch auf, womit die Hunde auf die Schafe geprägt sind.

„Sie sind von mir weitgehend unabhängig“, sagt der Schäfer.

„Meine Herdenschutzhunde sind Pyrenäenberghunde, deren Ursprung im Süden Frankreichs liegt. Die permanente Nähe zur Herde und ihren Artgenossen ist Voraussetzung dafür, dass sie ihre Aufgabe als Herdenschutzhund erfüllen. Sie sind von mir weitgehend unabhängig und unbeobachtet.“ Die Hunde sind extrem aufmerksam und können Gefahren eigenständig einschätzen. Ihr Kopf ragt auch im Sitzen über die Rücken der Schafe. Die Tiere sind auch unter der Bezeichnung „Chien de Montagne des Pyrénées“ oder Patou bekannt. Der Pyrenäenberghund ist ein uralter Herdenschutzhund aus der Bergwelt. Er ist groß, imposant, kräftig und zugleich athletisch beweglich. Die Widerristhöhe liegt zwischen 70 und 80 Zentimetern bei Rüden, bei Hündinnen bei 65 bis 75 Zentimetern. Die Tiere wiegen zwischen 60 und 70 Kilogramm. Sie sind Wächter und Beschützer mit territorialem Anspruch, wirken kuschelig und fast wie ein Teddybär in weiß – aber davon darf man sich keinesfalls täuschen lassen.

Wenn in Beuster die Herde wieder ihrer Aufgabe der Landschaftspflege gerecht wird, dann sind auch die vier weißen Pyrenäen-Berghunde garantiert zu sehen. Am Anfang und am Ende des mit einem Elektrozaun gesicherten Geländes stehen Schilder mit Hinweisen, die unbedingt beachtet werden sollten. „Wenn die Hinweise beachtet werden, dann können auch die vielen Radtouristen auf dem Elberadweg, der oft am Elektrozaun vorbei führt, ohne Probleme den Anblick der Schafe, Ziegen und der Esel samt der weißen Herdenschutzhunde genießen, sagt Schäfer Schuster.

Von Walter Schaffer

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