Einbrüche von 60 bis 70 Prozent aufgrund der Corona-Pandemie

„Totentanz auf der Fähre“

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Corona führt zu weniger Fährgästen auf der Elbe. Die Einbrüche seien erheblich, konstatiert Fährmann John. Fotos: Westermann

Wanzer/Lenzen – Seit August 2017 ist Dirk John aus Wanzer in der Verbandsgemeinde Seehausen Fährmann und schippert die Kundschaft über die Elbe – meistens auf der Verbindung zwischen Schnackenburg und Lütkenwisch, aber auch zwischen Lenzen und Pevestorf.

Letzteres ist der Fall, wenn Fähre „Ilka“ einen Defekt hat und nur die Route bei Lenzen passierbar ist. Bisher hatte er über zweieinhalb Jahre gutzutun – bis zur Corona-Krise ab März dieses Jahres.

Im Anschluss kassiert er die wenige Kundschaft ab.

„Totentanz auf der Fähre“, meint der Wahl-Altmärker, der im niedersächsischen Schnackenburg aufgewachsen ist, und sich bei seiner Arbeit auf Covid-19 eingestellt hat, im AZ-Gespräch. „Es werden die geforderten Hygienestandards eingehalten. Laufend desinfiziere ich meine Hände.“ Gummihandschuhe sind für den gelernten Binnenschiffer nicht sein Ding. „Die sind nicht gut für die Haut. Bisher ist auch noch kein Maskenschutz erforderlich“, fügt der 51-Jährige hinzu, „aber dieser kann ja noch kommen“. John achtet auch auf die Abstandsregelungen auf der Fähre. Jedoch seien einige Leute in dieser Angelegenheit nicht so einsichtig.

Dirk John desinfiziert sich regelmäßig die Hände.

Fakt ist, dass die Corona-Krise die Fährnutzung sehr eingeschränkt habe. Der Wanzeraner spricht von 60 bis 70 Prozent. Zur Kundschaft gehören derzeit hauptsächlich Berufspendler, die zwischen Brandenburg und Niedersachsen ihrer Arbeit nachgehen. Zudem gibt es Nutzer, die auf der gegenüberliegenden Seite Freunde, Bekannte und Verwandte besuchen. „Die Leute machen einfach einen Rückzieher aufgrund der Reisebeschränkungen.“ Als ein Beispiel nannte er das Einreiseverbot nach Mecklenburg-Vorpommern. „Es gab Kontrollen auf der Dömitzer Brücke.“ Am Ostersonntag zählte John während seiner Schicht nur 32 Autos. „Das ist gar nichts.“ Normal wären an so einem Tag 150 bis 200 Pkw. Fast völlig zum Erliegen gekommen ist seit Corona der Radtourismus. „Die Radler haben sonst gern mit ihrem Drahtesel Touren unternommen und dabei die Fähre genutzt“, resümiert John.

VON THOMAS WESTERMANN

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