Ausschuss beschäftigt sich mit Antrag von Die Linke – Bündnis 90/Die Grünen

Thema in Seehausen: Mit Kastration gegen Katzenboom

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Freilebende Katzen in der Seehäuser Altstadt sollten kastriert beziehungsweise sterilisiert werden. Mit einem entsprechenden Antrag der Stadtratsfraktion Die Linke – Bündnis 90/Die Grünen beschäftigt sich am Mittwoch der Bau-, Ordnungs- und Umweltausschuss der Hansestadt Seehausen.

Seehausen – Mit der Sterilisation beziehungsweise Kastration frei lebender Katzen in der Altstadt beschäftigt sich der Bau-, Ordnungs- und Umweltausschuss der Hansestadt Seehausen auf seiner nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch.

Diesbezüglich brachte die Stadtratsfraktion von Die Linke – Bündnis 90/Die Grünen einen entsprechenden Antrag ein.

In der Begründung heißt es unter anderem: In der Altstadt Seehausen gebe es viele herrenlose Katzen. Eine Seehäuser Bürgerin kümmere sich um diese Tiere und lasse sie auf eigene Kosten kastrieren oder sterilisieren. Sie sorge damit dafür, dass die Katzen sich nicht unkontrolliert vermehren. Kastration frei lebender Katzen sei zum einen Tierliebe. Es sei aber auch Gefahrenabwehr. Denn frei lebende Katzen seien oft anfällig für Krankheiten und können zur Verbreitung von Krankheiten beitragen. Die Bürgerin bringe die Katzen auf eigene Kosten zum Tierarzt. Eine Kastration kostet 90 Euro. Im Jahr 2019 habe sie bisher sechs Kastrationen bezahlt. Sie versorgt die hungernden Katzen auch mit Futter und mit Medikamenten gegen Flöhe und Würmer. Die Bürgerin wünscht sich mehr Unterstützung von Politik und Verwaltung.

Bei der Katzenfreundin handelt es sich übrigens um Margot Schulze (Anm.d.Red.). Sie praktiziert ihre Tierliebe für die Samtpfoten in der Wischestadt schon seit vielen Jahren (die AZ berichtete).

Die Fraktion beantragt, dass das Ordnungsamt dazu im Ausschuss berichtet und wirft die Frage auf: Wie kann die Stadt sich diesem Problem annehmen? Eine Möglichkeit wäre laut Linken und Bündnisgrünen, dass die Kommune die Kastrationen gegen Vorlage der Rechnungen bezahlt oder sie stellt eine pauschale Summe pro Jahr zur Verfügung. „Die Stadt Osterburg hat in Bezug auf Fundtiere einen Vertrag mit dem Tierheim Stendal. Der Vertrag enthält zum Thema Kastrationen nichts, da es keine gesetzliche Kastrationspflicht für frei lebende Tiere gibt. Die Stadt bezahlt aber für die Kastrationen eine kleine Pauschale an das Stendaler Tierheim. Das Tierheim kümmert sich darum und bringt die Katzen zum Tierarzt“ heißt es weiter in dem Antrag.

Die Fraktion fragt sich zudem: „Warum wurde der Vertrag mit dem Tierheim in Stendal gekündigt?“. AZ-Leser dürften in dieser Angelegenheit im Bilde sein. Der Vorgänger von Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth, Dr. Robert Reck, hatte den Vertrag mit dem Stendaler Tierheim schon 2013 gekündigt, also vor sechs Jahren, und einen neuen Vertrag mit dem Wittenberger Tierheim abgeschlossen. Als Grund nannte er damals im AZ-Gespräch, dass die Prignitzer finanziell günstiger seien und der Weg dorthin kürzer sei.

VON THOMAS WESTERMANN

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