Landrat Patrick Puhlmann führt Gespräch mit fünf Umweltaktivisten

„Waldbesetzung nicht akzeptieren“

Transparent der Baumbesetzer
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In Baumhäusern haben sich die Umweltaktivisten bei Losse häuslich eingerichtet. Stendals Landrat Patrick Puhlmann will dies „in keinem Fall akzeptieren“.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Losse. Stendals Landrat Patrick Puhlmann (SPD) hatte Vertreter der Baumbesetzerszene bei Losse zu einem Treffen eingeladen. Diese Einladung wurde wahrgenommen. Die fünf aus der Altmark stammenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben als gemeinsames Ziel, die Mobilität in der Altmark grundlegend zu verbessern. Dafür wollen sie auch im Zusammenhang mit der Waldbesetzung vermitteln und stehen dafür auch mit den Baumbesetzern in Kontakt, wiesen aber ausdrücklich darauf hin, dass sie kein Mandat haben, für diese zu sprechen.

In der Öffentlichkeit findet zum Thema derzeit eine breite Diskussion statt. Um dem Informationsbedürfnis Rechnung zu tragen, möchte der Landrat über diesen Weg über die Hauptpunkte des Gespräches informieren. „Das Gespräch mit den Teilnehmern war sehr konstruktiv und brachte einmal mehr zum Ausdruck, dass die Kommunikation der Befürworter und Gegner der A 14 auf eine normale Basis zurückfinden muss. Es sollte jedem erlaubt sein, seine Auffassung zu den Themen des Klimaschutzes auch im Zusammenhang mit dem Bau der Autobahn 14 äußern zu können, ob dafür oder dagegen. Ein Austausch der Argumente sozusagen.“ Puhlmann machte auch deutlich: „Aus meiner Erfahrung benötigen die Menschen der Region vor allem eine funktionierende Mobilität, vor allem in den kleinen Ortschaften. Die Erarbeitung eines Mobilitätskonzeptes für den Landkreis ist für mich ein zentrales Thema der nächsten Jahre. Das ist der Punkt, wofür ich als Landrat und wir als Kreisverwaltung auf die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort angewiesen sind: Engagierte Menschen aus der Zivilgesellschaft, die für uns alle an einer neuen Mobilität im ländlichen Raum arbeiten. Die ‘Verhindert-die-A14-Debatte’ wird nun schon sehr lange geführt und nach schwer errungenen Kompromissen und zahlreichen Gerichtsurteilen ist die Fertigstellung aus meiner Sicht jetzt notwendig und legitim. Deshalb möchte ich den Fokus für das jetzt aufkommende Engagement gern neu setzen: Ein Einsatz für neue Mobilität statt Baumbesetzung gegen die A 14.“ Landrat Puhlmann machte darüber hinaus auch deutlich, dass er den rechtlichen Gegebenheiten verpflichtet sei und weiterhin die Beendigung der Besetzung des Seehäuser Forstes verwaltungsrechtlich erarbeiten und die Maßnahmen auch umsetzen lassen wird. „Mir liegt absolut nichts an einer weiteren Eskalation. Sollte uns aber nicht bald eine gemeinsame Lösung gelingen, bei der die Waldbesetzer den Wald freiwillig verlassen, so bleibt letzten Endes nur die zwangsweise Räumung. Ganz nüchtern betrachtet liegt hier eine widerrechtliche Besetzung des Waldes vor, die beendet werden muss. Sorge bereitet vor allem die immer gewaltsamere Sprache zwischen den Lagern: Hier ist eine gegenseitige verbale Abrüstung notwendig. Ich halte für mich fest: Protest und harte Debatten darf und muss es geben, rechtswidrige Formen wie die Waldbesetzung mit Baumhäusern werde ich als Landrat jedoch in keinem Fall akzeptieren.“

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