Anlaufpunkt für Lesestoff gerät in Kritik

Stein des Anstoßes: Bücherzelle am Markt

+
Der Standort der Bücherzelle am wischestädtischen Markt wird von einigen Seehäusern kritisch gesehen.

Seehausen. Erst Ende August wurde die Bücherzelle am Markt in Seehausen eingeweiht (die AZ berichtete). Kurze Zeit später ist sie von einigen Wischestädtern zum Stein des Anstoßes geworden.

Eine Kritikerin ist Claudia Preuschoff, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite in einem Schuh-Geschäft arbeitet und einen Antrag an den Stadtrat stellte.

„Im Namen der Bürger und Gewerbetreibenden der Stadt Seehausen wird beantragt, den Standort der eingeweihten Bücherzelle zu ändern“, heißt es in dem Schreiben, das der AZ vorliegt. So sei der Standort nicht optimal gewählt, weil die Zelle ein Schaufenster einer neuen Gewerbetreibenden verdecke. Die Frau möchte im September eröffnen und schaffe drei Arbeitsplätze. Es sei eine Investition in ein neues Gewerbe. Preuschoff spricht von einer „Wertminderung der Immobilie, da der Bürgersteig nur eingeschränkt nutzbar ist, die Präsentation des Geschäftes ist nicht mehr hundertprozentig möglich, da die Sicht durch die Zelle versperrt ist“. Kritisch sieht die Seehäuserin, dass die Rückseite der Zelle zur Straße zeige, sodass die Funktion des Objektes nicht erkennbar sei. Etwa zehn Meter weiter, wären Bänke vorhanden und die Sicht zur Straße gegeben, schlägt Preuschoff als alternativen Standort vor. Auch die Gestaltung der Zelle und die Ansprechbarkeit für die Nutzer lassen eher zu wünschen übrig, ist die Wischestädterin überzeugt. Preuschoff hofft „im Auftrag vieler Bürger, dass der Stadtrat seine Entscheidung noch einmal überdenkt“.

Vize-Bürgermeister Dr. Walter Fiedler (CDU) kann derartige Argumentationen von Preuschoff nicht nachvollziehen. Als Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Kultur der Hansestadt Seehausen sagte er auf der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums am Montagabend, dass im Vorfeld über die Standorte ausgiebig gesprochen worden sei, aber bei den Diskussionen während der Sitzungen kein Bürger anwesend war. Zudem sei der gegenwärtige Zustand der Zelle nicht endgültig. Es soll noch eine farbliche Gestaltung vorgenommen werden.

Stadtratsmitglied Susanne Bohlander (Bündnis 90/Die Grünen) will sich mit dem Standort am Markt auch nicht anfreunden und kann die Argumentationen von Claudia Preuschoff verstehen. Sie hätte sich die Bücherzelle auf dem Postplatz gewünscht – aufgrund der zentralen Lage. Dort seien zudem Sitzgelegenheiten vorhanden, wo sich die Menschen treffen und zum Buch greifen können. „Der Stadtrat hat mit der Standortwahl Fehler gemacht“, so die Kommunalpolitikerin.

Von Thomas Westermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare