Eigeninitiative bringt Wärme: Neue Heizkörper in Turnhalle Werben / Verein steuert 1000 Euro dazu

Sportlerwaden liegen wieder frei

„Wertschöpfung von 10 000 Euro“, sagt Sportvereins-Chef Bernd Schulze. Und Ex-Sportlehrer Hans-Dieter Görtzen streicht. Fotos: Mahrhold
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„Wertschöpfung von 10 000 Euro“, sagt Sportvereins-Chef Bernd Schulze. Und Ex-Sportlehrer Hans-Dieter Görtzen streicht.
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Werben. „Dafür brauchen wir keine Baugenehmigung“, stellt Bernd Schulze in ungewohnt wohliger Sporthallen-Wärme klar.

Dank Unterstützung eines Stendaler Großhandels mit Material für 2000 Euro, für die Geschäftsführer Holger Weigelt verantwortlich zeichnet, schicken vier neue Heizkörper und die frisch erweiterte Gasheizung muskelgenehme Temperatur in den einstigen Lokschuppen. Das Objekt war nach dem Ende der altmärkischen Kleinbahn als Domizil für Körperkultur 1976 zum Tag der Republik eröffnet worden.

Vom meist arg frostigen Klima hatten zuletzt besonders Tischtennisspieler aus Stendal, Klietz und Schorstedt genug – und blieben weg, berichtet der Vorsitzende von Rot-Weiß. Auch der Nachwuchs, 14 Vier- bis Sechsjährige aus Behrendorf, Wendemark und Werben, die mit Schulze mittwochs Bummi-Sport machen, werden profitieren. „Hier fand Wertschöpfung von zirka 10 000 Euro statt“, resümiert der Sportvereinsvorsitzende das Resultat der vom TV-Team der MDR-Sendung „Mitmachen statt meckern“ begleiteten Umbauaktion.

Zentraler Punkt war das Verschließen des bislang nur mit einem Vorhang abgeschirmten Geräteraums am Ostgiebel. Eine neue Trennwand mit neuer Tür lässt die Kälte nicht mehr aufs Parkett, auf dem Werbens Tischtennisspieler jetzt wieder in kurzen Hose ihre Sportlerwaden zeigen dürfen.

Seit mehreren Tagen werkelt eine Schar von Sponsoren und Helfern. Und den Pinsel schwingt auch Werbens einstiger Sportlehrer Hans-Dieter Görtzen. Der 76-Jährige weiß auch noch genau, warum Werben die Halle vor 40 Jahren überhaupt bekommen hat. Sportler der weltkleinsten Hansestadt waren DDR-Oberen nämlich mehrfach als „Vorbildliche Sportgemeinschaft“ aufgefallen. Und selbst Handballer aus Arneburg kamen seinerzeit zum Training in die Kleinstadt im hohen Norden. Aber nur bis die neue Halle in Goldbeck eröffnet wurde. „Weil es dort wärmer war“, erinnert der Pensionär. Mit anzupacken, wenn in der Sporthalle etwas vorangeht, dass sei für den 76-Jährigen jedenfalls Ehrensache.

Von Antje Mahrhold

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