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Elbebrücke bei Seehausen: „Sperrung wäre Katastrophe“

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Von: Thomas Westermann

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Elbebrücke bei Wittenberge
Aufgrund des schadhaften Zustandes gilt neuerdings auf der Elbebrücke Tempo 50 für Lkw. © Westermann

Wenn die Elbebrücke auf der B 189 zwischen dem Seehäuser Ortsteil Losenrade und Wittenberge aufgrund von baulichen Mängeln gesperrt werden müsste, würde das ein Horrorszenario bedeuten. Vor fast genau drei Jahren gab es derartige Diskussionen, mittlerweile sind diese wieder aufgeflammt.

Seehausen - Damals war ein Bauvorhaben für die Instandsetzung der Brücke angedacht. Ein Magdeburger Büro wurde von der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt mit den Planungsleistungen beauftragt. Laut Diplom-Ingenieur Volker Hamsch umfasste die Maßnahme neben der Instandsetzung der Strombrücke, den Neubau des Überbaus der Vorlandbrücke sowie die Instandsetzung beziehungsweise Neubau der Unterbauten der Vorlandbrücke. Der Planer bat die Verbandsgemeinde um eine Stellungnahme, die wie folgt ausfiel. Eine Instandsetzung der Brücke sollte erst erfolgen, wenn zumindest eine beidseitig befahrbare Fahrspur der geplanten A-14-Brücke gebaut sei, schrieb Bau- und Ordnungsamtsleiter Guido Mertens nach Magdeburg. Ansonsten müsste unbedingt eine Behelfsbrücke geschaffen werden.

Mittlerweile ist der Zustand nicht besser geworden. Der Zahn der Zeit nagt an dem 1978 für den Verkehr freigegebenen Bauwerk. Insbesondere der Schwerlastverkehr setzt der Brücke zu. Die Verantwortlichen haben gehandelt und für Lkw ein Tempolimit von 50 Stundenkilometern gesetzt. Für Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) kommt eine Sperrung überhaupt nicht in Frage, wie er jüngst bei einer Videokonferenz deutlich machte, an der Vertreter der Landkreise Prignitz und Stendal, Polizei, Deutsche Bahn, Nahverkehrsgesellschaft und Bürgermeister teilgenommen hatten. Vorausgegangen war eine Brückenprüfung, bei der erhebliche Mängel festgestellt worden waren. Und es werde in immer kürzeren Abständen weiter geprüft, sagte der Verwaltungschef im Gespräch mit der AZ. Die Brücke sei nicht nur für den überörtlichen Verkehr zwischen Magdeburg und Schwerin von immenser Bedeutung, sondern insbesondere für den regionalen Verkehr. Hunderte Altmärker arbeiten in der Prignitz. Sie sind in Wittenberger Betrieben tätig und beispielsweise auch im Kreiskrankenhaus in Perleberg. Ebenso verhält es sich mit Prignitzern, die in der Altmark ihren Arbeitsplatz haben. Als Beispiele nannte er das Unternehmen Graepel in Seehausen und die Firma Priorit in Osterburg.

„Eine Sperrung wäre eine Katastrophe“, fügt der Aulosener hinzu, der da an die Umleitungsstrecken denkt. „Die Pendler müssten dann über Dömitz oder Tangermünde fahren. Ich weiß gar nicht, was dies an Zeit und Kilometern kosten würde.“ Und die Fähren bei Schnackenburg, Lenzen und Werben wären auch keine Alternative. „Das sehen wir ja, wenn mal auf der Elbebrücke ein Unfall passiert und die Kraftfahrer wegen Straßensperrung auf die Fähren ausweichen wollen. Die sind total überfüllt.“ Zudem nutzen die Pendler die Elbebrücke zu Stoßzeiten – also am Morgen und am Abend, um zur Arbeit zu fahren. „Wenn man da noch die Fähren nutzen müsste, dieses Bild kann man sich gar nicht ausmalen.“

In der besagten Videokonferenz gab Verbandsgemeindebürgermeister Kloth die Anregung, den Schwerlastverkehr ab 7,5 Tonnen schon jetzt umzuleiten, um das Bauwerk zu schonen. „Eine Vollsperrung muss unbedingt verhindert werden.“ Das habe sich auch die zuständige sachsen-anhaltinische Landesbörde als Ziel gesetzt. Etwas findet er jedoch ungewöhnlich. Der Brückenteil auf der Brandenburger Seite soll in Ordnung sein, der auf der sachsen-anhaltinischen Seite aber nicht. „In der Prignitz wurde öfter in Sachen Instandhaltung etwas gemacht, auf dem altmärkischen Gebiet wohl nicht.“

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