Ein „Geschenk zum Abschied“?

Sozialausschuss fühlt sich von Bürgermeister hintergangen

Seehausen / Beuster. „Ich möchte nicht Handlanger von Leuten sein, die versuchen, mich zu instrumentalisieren“, sagte Karsten Reinhardt (Wählergruppe Altmärkische Wische) während der Sozialausschusssitzung am Dienstagabend.

Und meinte mit diesen „Leuten“ explizit den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Seehausen, Dr. Robert Reck. Letztgenannter war in Stendal, sorgte sich um die Zukunft der J. J. Winckelmann-Gemeinschaftsschule, die im Kreisausschuss Randthema war.

Was brachte Karsten Reinhardt zu dieser Aussage? Grund dafür war ein Projekt, welches in jener Sitzung vorgestellt werden sollte. Zum „Mehrfunktionshaus in Beuster – von der Kita zum integrativen Zentrum für Bildung und soziales Miteinander“ hatten die Ausschussmitglieder um Vorsitzende Claudia Brünicke (UWG-Beuster, Geestgottberg, Losenrade, Schönberg) kurz vor der Tagung eine Tischvorlage erhalten. „Wer nicht bereits den Artikel am Samstag in der Altmark Zeitung gelesen hat, der hat erst heute davon erfahren“, machte Brünicke noch einmal deutlich, was nicht nur Reinhardt für skandalös hielt.

Nämlich, dass dieses Projekt bereits im Entwurf des Haushaltsplans 2016 verankert ist, Planungen bereits seit Jahresmitte abgeschlossen sind, doch weder die anwesenden Mitglieder des Verbandsgemeinderates noch jene des Sozialausschusses jemals zuvor davon gehört hätten.Das Gremium war sich im Grunde darüber einig, dass die Kindertagesstätten der Großgemeinde alle in ihren Sanierungsideen Unterstützung finden müssten. Doch „bin ich der Bürgermeister für die Kindergärten aller Orte und nicht des Ortes, wo ich wohne“, überspitzte Reinhardt weiter.

„Abschiedgeschenke“ vor einem freiwilligen Ausscheiden aus dem Amt zum Jahresende dürfe es nicht geben.

So wurde während der Beratung zum Haushalt 2016 deutlich, dass zur Umsetzung der Mehrfunktionshaus-Idee in Beuster 60 000 Euro eingesetzt werden sollen, von denen 54 000 Euro aus Fördermitteln stammen würden – wenn sie denn kommen. „Es gibt einen Plan B?“ Auch Rüdiger Kloth (CDU) zeigte sich erstaunt, dass, sollte keine Förderung kommen, für den Kita-Standort Beuster vorgesorgt ist. Die Haushaltsalternative sieht vor, den Sanitärbereich für 15 000 Euro zu sanieren. Reck habe einfach Tatsachen geschaffen, ohne darüber zu informieren. Der empfehlende Sozialausschuss würde zudem auch gern andernorts investieren. Unter anderem sei eine neue Heizung in der Kita Geestgottberg sinnvoll, da dort langfristig Heizkosten gespart werden könnten.

Von Alexander Postolache

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