Probetag für Solarfähre: Von Schönberg nach Gnevsdorf die Elbe überquert / Großes Interesse der Bevölkerung

Mit der Sonne über den großen Strom

Nur mit Unterstützung eines Außenbordmotors konnte das Solarboot bei dem bedeckten Himmel stromaufwärts fahren. Eine Initiativgruppe um Susanne Bohlander und Udo Seidel hatte zu einem Probetag mit dem umweltfreundlichen Verkehrsmittel eingeladen.

Schönberg. 20 Millimeter Niederschlag waren am Sonntagmorgen in Schönberg kein gutes Omen für die an diesem Tag angesetzte Elbquerung mittels eines Solarbootes und den drei von Verbrennungsmotoren getriebenen Booten der Feuerwehr beziehungsweise des Technischen Hilfswerks (THW).

Aber bis zum Start dieser Aktion, mit der getestet werden sollte, wie Touristen dieses Angebot annehmen werden, klarte sich der Himmel auf.

Bereits eine Stunde vor dem offiziellen Beginn standen um 9 Uhr die ersten Touristen auf der ehemaligen Panzerüberfahrt in Schönberg/Deich, um möglichst schnell ins benachbarte Gnevsdorf bei dem Storchendorf Rühstädt übergesetzt zu werden. Eine direkte Elbquerung war aus naturschutzrechtlicher Sicht nicht genehmigt, und so mussten die eingesetzten Boote erst einmal genau 1800 Meter elbaufwärts fahren, bis sie anlegen konnten. An dieser Stelle warteten natürlich auch die Touristen aus Brandenburg auf die Möglichkeit, schnell nach Sachsen-Anhalt zu gelangen. Bei dem großen Ansturm waren Wartezeiten nicht vermeidbar, was aber von den meisten Elbquerern mit Humor genommen wurde. Das angewandte Verfahren der Ausgabe von „Fährscheinen“ bedarf einer Verbesserung, weil es doch vermehrt zu Unstimmigkeiten in der Warteliste kam.

Neben Vertretern aus der Wirtschaft und der Verwaltung gab es auch Besuch von der Grünen-Politikerin Dorothea Frederking. Den Elektroantrieb durch Solarenergie bezeichnete sie als klimafreundlich und geräuscharm. „Ich wünsche dem Probetag alles Gute. Hoffentlich werden die Erwartungen erfüllt, so dass auch an der Elbe eine Solarfähre ihren Platz bekommt. Das wäre gut für den Tourismus und die Umwelt.“

Die Erwartungen der Initiativgruppe an diesen Testtag wurden mehr als erfüllt. Susanne Bohlander und Udo Seidel, beide aus der Verbandsgemeinde Seehausen, sowie Gerald Neu vom Amt Bad Wilsnack schätzten ein, dass an diesem Tage bis 16 Uhr mehr als 500 interessierte Bürger die Möglichkeit der Querung nutzten. Die Wartezeiten wurden durch das Angebot an Kaffee und Kuchen, Speisen und Getränken sowie durch Livemusik verkürzt. Die Organisatoren sprachen ein ganz besonderes Lob an den Förderverein der Brandbekämpfer, an die helfenden Feuerwehrleute, das THW und den Angelverein aus, der tags zuvor in der Elbe noch schnell eine Anlegestelle schuf. Dank auch an den Besitzer des Solarbootes, der dieses vom Rudower See – gelegen im Amt Lenzen-Elbtalaue in der Prignitz – an die Elbe holte und es uneigennützig den Tag lang zwischen den beiden Anlegestellen steuerte.

Bei einer Auswertung dieses Probetages durch die Initiativgruppe sollen auch Möglichkeiten ausgelotet werden, solch eine Veranstaltung möglicherweise fest zu etablieren, denn bis eine Fähre eventuell regelmäßig die Elbe zwischen Altmark und Prignitz quert, wird wohl noch viel Wasser in Richtung Nordsee fließen.

Von Walter Schaffer

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