Schriftsteller Dietmar Kruczek bei Seehäuser Schülern zu Gast

Sogar ohne zerkaute Bleistifte kreativ

Konzentriert sitzen die Mädchen und Jungen der dritten Klasse in der Aula der Grundschule Seehausen. Ihre Geschichten werden am Projektende in einem Buch zusammengefasst. Fotos: Postolache

Seehausen. In der Schule wird geschrieben. Kurz nachgefragt, was denn gerade zu Papier gebracht wird, gibt es Stichworte wie „Robbe“, „Pinguin“ oder „Schlafmütze“ zu hören.

Kreative Schreibprozesse sollen jedoch nicht lange gestört sein, deshalb musste gestern in der Seehäuser Grundschule Dietmar Kruczek Rede und Antwort stehen. Der Schriftsteller aus Neustrelitz ist in Seehausen kein Unbekannter. „Es ist die einzige Schule in der Bundesrepublik, in der ich bisher zwei Mal war. “ Dabei will er vermitteln, dass Lesen, Schreiben, Hören und Illustrieren ohne akademischen Zeigefinger Spaß macht und vor allem das Produkt am Ende, ein Buch, mehr sein kann, als der pure Bildungsnachweis. „Wenn ich später Kinder habe, lese ich daraus vor“, sagte einst ein Schulkind zu Kruczek. Er, der früher einmal Märchen und Geschichten für das Sandmännchen schrieb, ist mit seiner Schreibwerkstatt nunmehr als zehn Jahre durch deutsche Landen unterwegs.

Mädchen und Jungen der dritten Klasse lernen nun innerhalb von einem knappen halben Jahr, in ihren Geschichten eine Handlung aufzubauen, mit Adjektiven umzugehen sowie Kritik zu üben und eigene Fehler zu reflektieren. Intensiv geschieht dies nun innerhalb von drei Tagen mit dem Schriftsteller, ansonsten in Zusammenarbeit mit den Lehrern. Mit dem Ziel, die Fantasie genutzt, ohne „Bleistifte zerkaut“ zu haben, weil vielleicht die Idee fehlte. Wer auf keine Geschichte kommt, bekommt Hilfe. „Dann überlegen alle in der Gruppe mit.“

Von Alexander Postolache

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare