Umweltaktivisten präsentieren sich bei der zweiten langen Tauchnacht / Unterwasserparcours für jedermann

Shark-Project will Appetit auf Schillerlocken nehmen

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Fred Schneidwind (r.) vom SSI-Tauchverband gab Hilfestellung beim Anlegen der Tauchausrüstung.

tw Wittenberge. Die zweite lange Tauchnacht am Sonnabend im Indoor-Tauchturm auf dem Gelände der Alten Ölmühle in Wittenberge war ein voller Erfolg. Für die Freunde der Unterwasserwelt blieb wohl kein Wunsch unerfüllt.

Für ein attraktives Programm sorgten die Betreiber Lutz und Jan Lange. Neben verschiedenen Fachvorträgen kam natürlich auch der Tauchspaß nicht zu kurz. Unterwasserparcours und weitere Trainingsmöglichkeiten für jedermann gehörten dazu. Damit alles glatt lief, dafür sorgte der Herr des Tauchturms, Michael Schmitt. Der Mann ist ein erfahrener Berufstaucher mit über 20 000 Tauchgängen bis zu 260 Metern Tiefe.

Bei der zweiten langen Tauchnacht auf dem Gelände der Alten Ölmühle kamen Unterwasserfans voll auf ihre Kosten.

In der langen Tauchnacht von 17 bis 24 Uhr stellten sich verschiedene Organisationen und Anbieter an Ständen vor, die alle im Unterwassersport involviert sind. Darunter Julian Lenz und Carsten Jacobi von Sea Shepherd. Die Organisation bezeichnet sich selbst als „Hirten der Meere” und will die dortige Fauna schützen. Dabei gehen die Aktivitäten über die großen Salzgewässer weit hinaus, auch Binnenseen in Deutschland und Österreich finden bei Sea Shepherd Beachtung.

Carsten Jacobi (l.) und Julian Lenz von der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd warben nicht nur für den Schutz der Meere.

Insbesondere um den Schutz von Haien geht es Silke Schiehle und Stephan Freudenberg von Shark-Project. Beide haben den Räuber der Meere lieb und wollen ihn schützen. Dabei geht es nicht nur um den großen Weißen Hai und seinen Artgenossen in wärmeren Gewässern, auch der Dornhai, der in Ost- und Nordsee vorkommt, haben die Shark-Freunde in ihr Herz geschlossen. Dieser Fisch landet geräuchert als Delikatesse unter der Bezeichnung Schillerlocken bei den Feinschmeckern. Nun will das Shark-Project den Appetit verderben. „Dornhai ist gesundheitsschädlich und sollte nicht verzehrt werden. Dies gilt für alle Haiprodukte, da das Fleisch stark mit Methylquecksilber belastet ist”, heißt es in einem Flyer. Ob Bea Shepherd hinsichtlich der mit Vorträgen zur Überfischung der Meere oder die Hai-Freunde mit dem Verzicht von Produkten wie Dornhai und Co. etwas bei den Besuchern der Tauchnacht erreicht haben, bleibt offen. Ein Altmärker aus dem Raum Salzwedel sagte gegenüber der AZ: „Ich werde nach wie vor eine Fischbüchse öffnen und mir das Heringsfilet in Tomatensoße schmecken lassen. Es müssen ja nicht immer Schillerlocken, sprich Dornhaie, sein”, schmunzelt er.

Das Wohl der Fische liegt zwar Fred Schneidewind aus dem sachsen-anhaltinischen Wolmirstedt auch am Herzen, aber eher beschäftigt er sich als Repräsentant des SSI-Tauchverbands um den Gang mit Sauerstoffflasche, Maske und Anzug in die Tiefen der Unterwasserwelt. Equipment und mehr konnte der Mitteldeutsche den Besuchern vorstellen. Und Lutz Lange ist froh, dass er Schneidewind für den einzigen Indoor-Turm in Norddeutschland mit seinen SSI-Ausbildungsprogrammen gewinnen konnte. „Davon profitieren die Besucher des Tauchturms und somit auch Gäste aus meiner geschätzten Altmark”, meint Lange im AZ-Gespräch.

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