Wenn das Opfer zum Täter wird

Sexueller Missbrauch von Kindern in 17 Fällen: Seehausener muss sich vor Gericht verantworten

+
Seit Dezember 2017 sitzt der Angeklagte aus Seehausen nun in Untersuchungshaft. 

Seehausen/Stendal. Weil ein 31-Jähriger aus Seehausen sich an den Kindern seiner Lebensgefährtin vergangen haben soll, muss sich der Deutsche seit gestern vor dem Stendaler Landgericht verantworten.

Die 17 Vorfälle sollen sich im Zeitraum von Juni bis Oktober 2017 abgespielt haben. Seit Dezember desselben Jahres sitzt der Mann in Untersuchungshaft.

Seit rund drei Jahren sei R. mit seiner Freundin schon liiert. Die Kinder, ein 10-jähriger Junge und ein acht Jahre altes Mädchen, stammen aus einer früheren Beziehung der Frau. Der Angeklagte habe sich eigenen Angaben zufolge an der Erziehung des Nachwuchses beteiligt. Mit Beginn der Sommerferien 2017 soll er den Jungen zum ersten Mal unsittlich angefasst haben. Kurz danach habe er auch die Achtjährige sexuell missbraucht. Bei der polizeilichen Befragung im vergangenen Jahr hatte R. alle Vorwürfe abgestritten. Vor Gericht möchte er nun sein Gewissen erleichtern.

Dass er den Kindern seiner Freundin mit seinen Taten großes Leid zugefügt hat, weiß der 31-Jährige. „Auch er wurde als Kind missbraucht“, berichtet seine Verteidigerin. Auf Nachfrage von Richter Ulrich Galler, wie es zu den Übergriffen kam, bricht der Angeklagte in Tränen aus: „Ich weiß es nicht, ich habe es wohl nie richtig verarbeitet“. Kontakt zu der Mutter der Kinder bestehe seiner Aussage nach immer noch.

Der nächste Verhandlungstermin ist Donnerstag, 31. Mai, um 13 Uhr in Raum 108.

Von Charlotta Spöring

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare