Touristen haben es mit Speisen- und Getränkeverzehr in und um Seehausen schwer

Servicewüste Gastronomie in Seehausen

Griechische Speisen im Seehäuser Ratskeller: Fehlanzeige. Seit einigen Jahren gibt es dort eine Tagespflege für Senioren.

Seehausen. Wer die Hansestadt Seehausen besucht und ein Mittagessen einnehmen möchte, der hat es richtig schwer. Mal abgesehen vom umfangreichen Mittagstisch eines Anbieters an der Peripherie der Wischestadt gibt es im Zentrum nur noch zwei Gaststätten.

Wieder eine gastronomische Einrichtung weniger: Kürzlich schloss das Café am Markt in Seehausen. Fotos: Westermann

Das Café am Markt an der Großen Brüderstraße hat kürzlich sozusagen über Nacht die Türen geschlossen und sich somit von den gastronomischen Angeboten verabschiedet. Schon seit etlichen Jahren ist der Ratskeller dicht, der einst das erste Haus am Platz war und nun eine Tagespflege für Senioren beherbergt.

Schlechte Karten für Radler, die derzeit an der Elbe unterwegs sind: Das Flusscafé in Wahrenberg ist nur eingeschränkt geöffnet.

Nicht viel besser sieht es am beliebten Elberadweg zwischen Wendemark und Aulosen in der Verbandsgemeinde Seehausen aus. Ingo Lobenstein vom Neukirchener Anglerheim hätte gern häufiger seine Türen offen, aber bürokratische Zwänge erlauben ihn bisher lediglich eine fünfmalige Öffnung in der Saison. Für Anne Zinke vom Flusscafé „Anne Elbe“ ist die Saison schon vorbei. Sie wartet lediglich sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr auf Gäste.

Für Seehausens-Vize-Bürgermeister Dr. Walter Fiedler ist das Manko an Gaststätten ein unhaltbarer Zustand. Wie er als Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Kultur der Hansestadt Seehausen auf der jüngsten Sitzung in dieser Woche sagte, „sind wir stolz auf die Bezeichnung Hansestadt, aber Mittagessen ist nahezu unmöglich“. Und er geht auch auf den Elberadweg ein, „wo den Radlern die Zunge bis zu den Pedalen reicht, weil sie unterwegs nichts zu trinken bekommen“.

Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth ist mit der gegenwärtigen Servicewüste Gastronomie auch nicht zufrieden und schickt seine Wirtschaftsförderin Lisa Weigelt in die Spur. Wie die junge Frau gegenüber der AZ sagte, sei in nächster Zeit ein Stammtisch für Tourismus geplant. Für den Abend soll ein Referent von der DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) gewonnen werden. Ziel soll es sein, Interessenten, die mit dem Gedanken spielen, ein Gaststättengewerbe zu eröffnen, diesbezüglich zu ermuntern. Kommunalpolitiker Dr. Fiedler hat schon einen konkreten Vorschlag für die Entlastung von Händlern und Gewerbetreibenden in Seehausen. Er möchte die Sondernutzungsgebührensatzung aufheben. „Mit dem Wegfall dieser Satzung würde die Stadt Seehausen gegenüber den Händlern und Gewerbetreibenden ein deutliches Zeichen der Unterstützung setzen“, sagt er. Die Einnahmen waren ohnehin nicht berauschend. Im Durchschnitt kamen im Jahr 2994 Euro zusammen.

Von Thomas Westermann

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