Gebürtiger Niedersachse setzt sich gegen Interims-Amtsinhaber durch / Wer wird sein Vize?

Sektlaune nach dem Sieg in der Salzkirche

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Arneburg-Goldbecks designierter Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau (r.) gratuliert am Sonntagabend in der Salzkirche dem neuen Werbener Stadtoberhaupt Wolfgang Tacke.

Werben. „Man muss sehen, ob das auf Dauer gut geht“, hat der frischgewählte Bürgermeister der weltkleinsten Hansestadt schon vor Abgabe der Bewerbungsunterlagen im AZ-Gespräch Mitte August seine Sorge vor den Herausforderungen dieses Ehrenamts im hohen Landkreis-Norden eingestanden.

Auf den gebürtigen Niedersachsen Wolfgang Tacke (parteilos), der im Magdeburger Finanzministerium im Rang eines Ministerialrats tätig ist, wartet in der Kleinstadt, der er seit Jahren verbunden und die seit der Kandidatur auch der Wohnsitz des 63-Jährigen ist, jedenfalls eine Menge Arbeit.

Denn seit der Niederlage des Behrendorfer Konkurrenten Wolfgang Trösken (parteilos) am Sonntagabend schießen in Werben die Spekulationen ins Kraut, wer neuer Vize-Bürgermeister wird. Trösken wird sein aktuelles Interims-Amt als Stadtoberhaupt, in das er vom Stadtrat nach den Doppel-Rücktritten von Ex-Bürgermeister Jochen Hufschmidt (SPD) und dessen Ex-Vize Bernd Schulze (CDU) gewählt worden war, wahrscheinlich schon in etwa drei Wochen an seinen Ex-Konkurrenten übergeben.

Zu den ersten Gratulanten im Wahllokal Salzkirche zählte Arneburg-Goldbecks designierter Verbandsgemeinde-Bürgermeister. Zwei Wahl-Sieger schüttelten sich da die Hände, als René Schernikau dem neuen Werbener Stadtoberhaupt ins Gesicht lächelte. Flaschen wurden entkorkt und es herrschte Sektlaune im kühlen Backsteingemäuer, während Tacke seine erste Amtshandlung ankündigte. Demnach will sich der Frischgewählte in den Streit um die Ausrichtung des Biedermeier-Christmarkts einschalten. Der Konflikt zwischen dem Verein „Arbeitskreis Werbener Altstadt“ (AWA), dem Tacke seit März 2010 angehört, und dem Mühlenverein um die Hoheit für das publikumsträchtige Spektakel gilt als Auslöser für die jüngsten Rücktritte.

Als Mediator zur Schlichtung des Zerwürfnisses, das zur Absage des diesjährigen Biedermeier-Christmarkts führte, ist nach AZ-Informationen ausgerechnet der neue Verbandsgemeinde-Chef im Gespräch. Schernikau wird sein neues Amt im Januar antreten, könnte bei dieser brennenden Werbener Frage aber auch schon vorher aktiv werden. Der Möllendorfer zählt auch zum Unterstützerkreis, der gegen die Schließung der Werbener Grundschule aufgetreten ist, bei Demos dabei war und der zuletzt dann auch für den Betrieb einer privaten Grundschule gekämpft hat.

Von Antje Mahrhold

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