Anonyme Begräbnisstätte soll in Pollitz entstehen / Politik und Kirche begutachten Gelände

Ein sehr altes Kreuz im Zentrum

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Hans Hildebrandt (l.) und Renè Solloch schauen sich mit dem Gemeindekirchenratsmitglied Wilma Pusch auf dem Gelände in Pollitz um.

Pollitz. Mehrfach wurde der Wunsch nach einer anonymen Begräbnisstätte geäußert. Diesem soll nun seitens der Gemeinde mit Einverständnis der Kirche entsprochen werden.

Zu einer Platzbesichtigung mit Ideenfindung trafen sich vor wenigen Tagen die Gemeindeoberhäupter Hans Hildebrandt und Renè Solloch mit dem Gemeindekirchenratsmitglied Wilma Pusch zu einem Vororttermin in Pollitz.

Diese sehr alte Kreuz könnte Symbol der Anlage werden.

Westlich von der Leichenhalle befindet sich eine freie mit Gras bewachsene etwas unebene Fläche. Hier, so war man sich einig, könnten die anonymen und halbanonymen Bestattungen erfolgen. Das vorgesehene Gelände soll eingeebnet werden. Ein alter, mit einer Edelstahlplatte modifizierter Grabstein könnte im Zentrum der Fläche darauf hinweisen, dass dort die Urnen der Verstorbenen liegen. Es handelt sich um ein sehr altes Grabkreuz, welches eventuell umgearbeitet werden soll und dann das Symbol der grünen Wiese bildet.

Nachgedacht werden soll auch noch darüber, ob in der Nähe an einem zentralen Ort Namensschilder angebracht werden könnten (halbanonyme Bestattung). Wie von Puch zu erfahren war, gibt es auf diesem Terrain bereits fünf anonyme Bestattungen aus der Vergangenheit. Östlich von dieser grünen Wiese soll laut Aussage des Bürgermeisters ein großes Holzkreuz an der Leichenhalle angebracht werden. Da es an Finanzen im Moment nicht fehlt, könnte dieses vorgesehene Gesamtprojekt bald verwirklicht werden.

Die Zeiten, in der sich die Angehörigen von Verstorbenen um deren Grabpflege kümmern konnten, sind in vielen Fällen schon lange vorbei. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich besonders ältere Menschen um eine Bestattungsart Gedanken machen, die kaum einer Pflege bedürfen. Immer mehr gerät dabei die anonyme Bestattung auf einer grünen Wiese oder in einem Friedwald ins Gespräch. Es wird auch darüber nachgedacht, ob die Asche des Verstorbenen als Grundlage für einen Baum genommen werden könnte. Auch See- oder Luftbestattungen sowie die Herstellung eines synthetischen Diamanten aus der Asche des Verstorbenen sind heute möglich. Diese Problematik beschäftigte die Gemeindeoberhäupter nebst Kirchenvertretern der Gemeinde Pollitz. Dieser Ort besitzt als einziger der Gemeinde Aland einen kommunalen Friedhof.

Von Walter Schaffer

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