Seehausens Grundschulleiter Reinhard Rieger geht in den Ruhestand

Mehr Personal für Bildung erwünscht

Reinhard Rieger am Schreibtisch
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Seehausens Grundschulleiter Reinhard Rieger geht nach 30 Jahren Dienstzeit in den Ruhestand. Für die Zukunft wünscht er sich mehr Personal für die Bildung.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen. Seit 1991 ist Reinhard Rieger Leiter der Seehäuser Grundschule, in der nächsten Woche geht der 63-Jährige in den den wohlverdienten Ruhestand. Seine Nachfolge wird Gerald Werner antreten, der derzeit noch Chef der Grundschule in Groß Garz ist.

Rieger hat während seiner Leitungstätigkeit Höhen und Tiefen erlebt. Zu Beginn seiner Zeit in der Wischestadt ging vom Dienstherrn eine Namensliste um, weil einige Biografien nach der politischen Wende nicht stimmen sollten oder die Anforderungen an den Beruf nicht gegeben waren, sagt der Rektor im Gespräch mit der AZ. So mussten beispielsweise die Lehrer zwei Fächer und ein weiteres Wahlfach unterrichten. Einige Pädagogen jedoch hatten zur DDR-Zeit oftmals nur ein Fach unterrichtet und fielen durch das Raster der Regelungen in der Bundesrepublik. Schlechte Karten hatten auch Staatsbürgerkundelehrer. Durch das Kultusministerium wurden die Lehrer nach der Wende neu bewertet und mussten ihre Qualifikation beweisen, erinnert sich Rieger. 1994 war für den Schulleiter jenes Jahr, in dem ihm eine Kündigung angedroht worden war. Angeblich soll er drei Jahre im Wachregiment „Feliks Dzierzynski“ gedient haben, das für seine Nähe zur Staatssicherheit bekannt war. Groß Garzer Rieger diente jedoch nur für anderthalb Jahre – von 1983 bis 1985 – im Wachregiment „Friedrich Engels“. Der Rektor bezog zur Androhung Stellung, erhielt jedoch niemals eine Antwort. Der nunmehr 63-Jährige konnte als Schulleiter weiter seine Tätigkeit verrichten.

Hinsichtlich des Personals hatte Rieger in den Anfangsjahren seiner Arbeit keine Probleme. Damals konnten verschiedene Arbeitsgemeinschaften angeboten werden. Seit drei bis vier Jahren gebe es keine mehr aufgrund von Personalmangel. In den vergangenen zehn Jahren sei es in der Bildung mit der Lernarbeitszeit bergab gegangen. Es gebe immer weniger Angebote für Kinder, sondern nur noch Unterricht. 13 Lehrer verrichten derzeit ihren Dienst. Früher waren es 24 bis 25 Pädagogen. Rieger weiß, dass im Jahr 2007 insgesamt 24 Lehrer an 204 Mädchen und Jungen Wissen vermittelten. In diesem Jahr gebe es für 180 Kinder lediglich 13 Lehrer. Freude bereiteten dem Rektor die außerschulischen Veranstaltungen. „Die Weihnachtsgala ging unter die Haut.“ Eine der größten Ereignisse während seiner beruflichen Zeit waren die umfangreichen Bauarbeiten in und an der Bildungsstätte von 2008 bis 2012. Für die Förderung reichten er und seine Mitstreiter ein pädagogisches Konzept ein, das Geld brachte und die Umgestaltung ermöglichte.

Für die Zukunft wünscht er sich mehr Personal für die Bildung. Gespart werden sollte auch nicht bei den pädagogischen Mitarbeitern. Einst gab es hierfür sechs Personen in der Grundschule, nunmehr nur eine, obwohl der Bildungsstätte laut Rieger zwei derartige Kräfte zustehen würden. Geld dafür werde vom Land dafür nicht eingestellt.

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