Rektor Rieger: „Traurig, dass die Modernisierung nicht geklappt hat“

Digitale Schulen in der Warteschleife

Seehausens Grundschulleiter im Computerkabinett
+
Seehausens Grundschulleiter Reinhard Rieger im Computerkabinett: Die Technik ist teilweise alt.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
    schließen

Seehausen/Groß Garz. Circa 140 000 Euro stehen für die Digitalisierung der Grundschulen in Seehausen und Groß Garz zur Verfügung, die sich in Trägerschaft der Verbandsgemeinde Seehausen befinden. Das verkündete Bürgermeister Rüdiger Kloth (FW) auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses der Verbandsgemeinde in dieser Woche.

Ein pädagogisches Medienkonzept liege vor, man arbeite zügig an der Umsetzung. Derzeit verfügen die Seehäuser und die Groß Garzer Bildungsstätte über Rechner mit dem installierten Win-dowsprogramm. Das soll in der Wischestadt so bleiben, aber in Groß Garz soll auf Apple umgerüstet werden.

Für Seehausens Schulleiter Reinhard Rieger dauert die Umsetzung der Digitalisierung viel zu lange. „Ich gehe nun nächste Woche in den Ruhestand und bin traurig, dass es mit der Modernisierung der Computertechnik während meines Wirkens nicht geklappt hat“, äußert er im Gespräch mit der AZ. Überzeugt von einer zügigen Umsetzung ist der Rektor jedoch nicht, weil der Verbandsgemeinderat den erforderlichen Eigenanteil in Höhe von 10 000 Euro für die Digitalisierung nicht im Haushalt eingestellt hat. Da habe es früher besser geklappt, als die Stadt Seehausen noch Träger der Einrichtung war. „Wir haben seit über 20 Jahren Computerunterricht. Die Stadt hat immer Geld dafür eingestellt. Von der Verbandsgemeinde sind die Prioritäten nun anders gesetzt.“ Für die optimale digitale Ausstattung braucht die Schule digitale Tafeln, sogenannte Smartboards, ein verstärktes W-Lan, weitere Computer und Laptops. Letztere seien teilweise Schrott.

Rieger hält auch nichts von der Apple-Umrüstung in Groß Garz. „Das macht keinen Sinn. Die meisten Kinder haben zu Hause einen Computer mit Windows-Programm und keinen Apple-Rechner. Die beiden Betriebssysteme arbeiten völlig unterschiedlich. Da haben es die Mädchen und Jungen schwer, sich umzustellen. Zudem müssen für Groß Garz dann wohl neue Serviceverträge eventuell mit einer anderen IT-Firma für die Wartung von Apple gemacht werden“, vermutet er. Würden beide Schulen weiter Windows nutzen, wäre man kompatibel. Bei Rechnerausfällen hätte man sich gegenseitig Technik austauschen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare